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Kontaktreinigung und -pflege auf schonende Weise
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MGW51
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Beitrag1/6, Verfasst am: 02.07.2007, 10:27   

Betreff:   Kontaktreinigung und -pflege auf schonende Weise
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Aussetzende Kontakte müssen einer gründlichen aber schonenden Reinigung unterzogen werden, wobei der Tenor auf schonend liegt. Das sollte man wenn möglich mit "Wellenschalteröl", einem Produkt das es in zwei Ausführungen gibt: Rot, mit dem Kennbuchstaben "d" und Blau mit dem Kennbuchstaben "k", durchführen.

Wie Burkhard schon anderorten schrieb, gibt es da Zeug nicht als Spray sondern ausschließlich in kleinen Fläschchen.

Zur dosierten Anwendung: Ein kleiner, spitzer Malpinsel (Künstlerbedarf!) und eine alte Injektionsspritze mit Humankonus und mehrere Kanülen, besonders auch Punktionskanülen! sind die idealen Werkzeuge. Moderne Wegwerfspritzen haben einen kleineren Konus der nur mit zusätzlichem Adapter an klassische Humankanülen paßt. Punktionskanülen sind auch für andere Zwecke sehr gut zu gebrauchen, da sie leicht in jeden Winkel hineinreichen und zu diesem Zwecke gut biegbar sind.

Einige passend gemachte Zahnbürsten und ein paar Stückchen Wildleder vervollständigen die Bewaffnung um gegen Schwefelsilber & Co. anzutreten.

Vom Roten wird ein Tropfen an den schlechten Kontakt gegeben und je nach Aussehen mehrere Minuten bis zu einem Tag wirken gelassen. Völlig schwarze Kontaktteile wie z.B. die Abgriffe an kleinen Einstellreglern werden anderntags mit einer Zahnbürste kurz abgebürstet und sehen aus wie neu! Nun kann man mit Isopropanol den gelösten, fettigen "Dreck" sauber abwaschen und nach der Trocknung bekommt der metallene Schleifkontakt einen ganz kleinen Tropfen "k", also von dem blauen Öl. Das sorgt einmal für gutes gleiten und zudem verhindert es allzu rasche neuerliche Oxydation.

Schwergängige Potiachsen, auch solche von Doppelpotis, werden ebenso mit ein, zwei Tropfen "Rot", die man nur in Ruhe einziehen läßt, wieder butterweich drehbar.

Wenn gekapselte Potis kratzen, dann hilft nur Ausbau und völliges fluten des Gehäuses auf Dauer. Das ist ein langwieriger Prozeß, aber sehr Erfolgreich! Wenn Schalterkontakte im Poti kleben, wird das Schaltergehäuse einfach angebohrt, am besten mit einem Kavitätenfräser. Hat man nur einen Spiralbohrer, so wird dieser zuvor in zähes Fett getaucht damit die Bohrspäne kleben bleiben. Niemals damit freihändig arbeiten! Wenn es unvermeidbar ist, muß der Bohrer einen Tiefenbegrenzer bekommen.

Das Schaltergehäüse kann mit wenig "Rot" gefüllt werden und das Loch wird zugeklebt. Kräftig schütteln und einen Tag liegen lassen. Danach mit Isopropanol auswaschen, wenn es sich um Netzschalter handelt. Bei NF-Schaltern nach dem Auswaschen etwas "Blau" einspritzen und Loch zukleben - Schmelzkleber ist ideal und fast unsichtbar.

Bei Kontakten die in Polystyrol als isolierendem Träger eingelassen sind, ist äußerst behutsam vorzugehen! Das gilt in besonderem Maße für die Kontaktstreifen in alten Trommelkanalwählern. Auf keinen Fall darf das Öl in die Polystyrolträger eindringen; die werden davon unbrauchbar Exclamation Es ist der Geschicklichkeit jedes Reparateurs anheimgestellt, mit der gebotenen Umsicht zu Werke zu gehen.

Achtung: Wellenschalteröl ist ein Teufelszeug! Die Flecken sind außer mit der Schere nicht mehr zu entfernen. Auch Holzoberflächen saugen das Öl gierig auf und bleiben für immer verfärbt. Polyester-/ Polyurethanlacke moderner Geräte sind dagegen - mindestens kurzzeitig - resistent. Polystyrolteile verfärben sich ebenso bei Kontakt mit diesen Ölen dauerhaft Exclamation

Dagegen gilt als sicher, daß moderne Schleifbahnen aus Leitplastik - die von manchen Sprays regelrecht aufgefressen werden - vom Wellenschalteröl nicht angegriffen werden.

Diese Öle wurden bis zum Ende der DDR in Rudolstadt (Schwarza) produziert. Heute noch erhältlich, direkt beim damaligen Produzenten, Rundfunkspezialist Granowski, Schwarza. Preise pro Fläschchen "d" oder "k" liegen im einstelligen Euronenbereich, die man unbedenklich zahlen kann! Es ist ein erstklassiges Produkt und außerordentlich sparsam im Verbrauch.


So, und in Kürze ein paar Bilder!
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Grüße aus der Lausitz von MichaelZ.

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Dieter
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Beitrag2/6, Verfasst am: 03.07.2007, 03:07   

Betreff:
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Hallo

für die Kontaktreinigung in nicht zu demontierenden Schaltern habe ich mit Erfolg !!! 10 Prozent Wellenschalteröl "d" rot (35 Jahre alt) mit 90 Prozent Spiritus gemischt..ist später (duch den Verdunstungseffekt) nicht so staubanziehend wie "d" pur
mische ich in größerem Gefäß...1cm³!!! ..und ziehe es auf ne Insulinspritze

ansonsten demontiere ich gern und putze Silberkontakte mit nem Hauch (wirklich nur ein Hauch ) Zahnpasta auf nem fusselfreien Tuch

Gruß

Dieter
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MGW51
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Beitrag3/6, Verfasst am: 06.07.2007, 13:16   

Betreff:
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Hier nun die angekündigten Bilder:




Die mittlere Flasche ist die letzte Ausführung, in Weißglas und ein paar Millimeter höher als die älteren Fläschchen, von denen links eine solche im seinerzeit üblichen Braunglas mit blauem Öl zu sehen ist.
Die rechte Flasche ist bedeutend älter. Sie hat noch die viereckige Form und - das ist kurios - ihr Etikett zeigt noch den blauen Druck, obwohl es sich um rotes Öl handelt!
Die Flasche ist fast leer und besteht ebenfalls aus Weißglas! Durch die inneren Anhaftungen ist das nicht erkennbar.
Natürlich gibt es auch eine Schachtel zu dem Flakon. Die ist leider derart fettig, daß es mit einem Bild nicht so einfach ist - ich werde da mal was versuchen zu richten. Die roten Spuren allerdings sind garantiert nicht mehr entfernbar.

Der aufmerksame Leser wird bemerken, daß einmal auf der Verpackung Rudolstadt genannt ist - die Abziehbilder der Flaschen dagegen nennen Schwarza als Herkunftsort. Schwarza und Rudolstadt - ein Blick auf die Landkarte zeigt die geografische Nähe der beiden Orte. Mithin kein Drama - man kann nicht einfach etwas wegwerfen, nur weil sich da ein bissel was geändert hatte:)

Nachtrag:
Mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln habe ich mal versucht, die Uralt-Schachtel in einen etwas ansehbaren Zustand zu bekommen. Nicht alles ist klar lesbar, das wesentliche kann man aber wohl ganz gut erkennen.

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Grüße aus der Lausitz von MichaelZ.

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Arno
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Beitrag4/6, Verfasst am: 06.07.2007, 17:55   

Betreff:  
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Hallo Michael,

danke für diesen sehr ausführlichen und hilfreichen Thread zum Thema Wellenschalteroel. Habe von dem Zeug schon öfter gehört, aber keine Vorstellung gehabt, wie das aussieht wie man es richtig einsetzt und wo man es noch bekommen kann.

Das Oel werde ich mir auch beschaffen.

Gruß
Arno
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Wassermann
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Beitrag5/6, Verfasst am: 23.04.2018, 17:04   

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MGW51 schrieb wie folgt:






Hallo, Michael,

Danke für die tollen Bilder. Die Lieferung erfolgt jetzt ohne Schachtel und ohne Anleitung. Da sind Deine Ausführungen im Eingangsthread und die Bilder der Schachteln besonders wertvoll.

___________
Gruß Günther
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MGW51
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Beitrag6/6, Verfasst am: 06.05.2018, 10:40   

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Günther schrieb wie folgt:
Es sind nicht alle Berichte im Internet positiv.


Richtig, auch solche Berichte sind mir bekannt und ich möchte - auch aus eigener schmerzlicher Erfahrung - darauf verweisen, daß in diesen Fällen eine unsachgemäße Anwendung vorausgegangen war.

Das passiert zuallererst im HF-Bereich und generell an diversen, nicht ausbaubaren, komplexen Schiebeschaltern.

Der typische Irrtum: Viel hilft viel!

Nachdem ich einen TKW mal restlos gehimmelt hatte blieb mir nur der komplette Wechsel der Kontaktfederstreifen. Sowas merkt man sich im Regelfalle ein Leben lang! Wer es nicht weiß: Die Federkontakte sind zwischen zwei Polystyrolstreifen eingenietet. Dabei liegen unter dem Rohrniet beiderseits kleine Pappscheibchen als "weiche" Zwischenlage damit das Polystyrol nicht bricht.

Die Lage aller Zuführungen innen an die Kontaktfedern darf möglichst nicht verändert werden da sie den Abgleich erheblich beeinflußt. Das bedeutete so ca. 1975 ein paar fotografische Aufnahmen zu machen, zu entwickeln und entsprechend zu vergrößern; nichts was man mal so schnell nebenher machen kann, wie es uns heuer die Digitalfotografie ermöglicht. Erst nach dieser Dokumentation konnten die zwei Streifen ausgelötet werden.

Das Öl hat eine hervorragende Kriechfähigkeit, welche es an der Stelle unschlagbar demonstrierte denn der auf jede Feder aufgebrachte Tropfen "d" blieb nicht lange an der Stelle sondern breitete sich aus und nach kurzer Zeit leuchtete es rot aus den Isolierungen - auch die Pappscheibchen blieben nicht verschont sondern saugten die Soße gierig auf.
Der Schaden ließ sich nicht mehr beheben denn die Styroflexstreifen hatten nach dem Auswaschen mit Spiritus bereits stellenweise Verfärbungen. Ja, es sollte ganz schnell gehen und uferte in ganz häßlicher Arbeit aus.

Seither habe ich an solchen Stellen, wo Kontakte in Kunststoffen, einschl. Pertinax und Hartgewebe gelagert sind eine andere Methode angewandt.
Die besteht in einer zurechtgestutzten alten Zahnbürste, welche ich an den Spitzen ganz kurz mit Wellenschalteröl benetze und dann einen Tag warte, bis sich das Lösungsmittel im Öl verflüchtigt hat. Mit der nun nahezu "trockenen" Bürste werden die betreffenden Stellen bearbeitet. Nach 24 Stunden kann, wenn nötig, ein zweiter Bürsteinsatz erfolgen und in 99% aller Fälle werden sämtliche Beläge verschwunden sein.

Klar, Spray geht viel schneller - meine Erfahrungen damit waren so niederschmetternd, daß es nicht erst zum Einsatz kommen mußte um das Zeug bzw. dessen Rest zu entsorgen. Ich glaube irgendwo ein Foto zu haben, auf dem man sehen kann wie sich die Brühe durch die Sprayflasche hinduchgefressen hat. Wie gesagt, ohne je benutzt worden zu sein.

Sicherlich gibt es auch gute und sehr gute "Kontaktsprays" aber für Selbstversuche bin ich zu alt.
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