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KB100 - Entstehungsgeschichte im FMWL
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KB100
Historiker


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Beitrag1/2, Verfasst am: 30.11.2010, 18:27   

Betreff:   KB100 - Entstehungsgeschichte im FMWL
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Hallo zusammen. Ich heiße Klaus und bin neu hier im Forum. Und wenn ich mich schon KB100 nenne, wie das Tonbandgerät vom Fernmeldewerk Leipzig, dann möchte ich einen, wie ich finde, interessanten Beitrag aus der Zeitschrift "Radio und Fernsehen" von 1958 vorstellen. Sozusagen als meinen Einstand. Wink


Zu Besuch im Fernmeldewerk Leipzig

_________________
Grüße aus Halle von
KlausB
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MGW51
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Beitrag2/2, Verfasst am: 30.11.2010, 20:48   

Betreff:
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Der Beitrag in der R+F beschreibt sehr gut die Situation, welcher +/- alle Betriebe der Branche und ganz besonders jene, die unter der Fuchtel des Generaldirektors der VVB R-F-T standen, ausgesetzt waren.

Nun ist es vllt. nicht allgemein bekannt, daß die VVBs anders als die - damals noch nicht existenten - Kombinate keinen direkten Einfluß auf die Produktion der ihr unterstellten Betriebe hatten, wohl aber waren die einzelnen Betriebsdirektoren dem Generaldirektor ihrer VVB voll rechenschaftspflichtig. Die VVB war nicht mehr und nicht weniger als ein administratives Organ, welchem allerdings die Handhabung des Hahnes am Gelds?ckel für den Mittelflu? zu den Betrieben oblag.

Mit dem Toni beschritten die Fernmeldewerker ein für sie absolutes Neuland denn sie hatten bis dato noch nie etwas mit der Magnetbandtechnik zu tun gehabt; die Entwicklung des Toni Erfolgte auftragsgemäß im Funkwerk, gleichzeitig mit der Entwicklung des 3-er Kopfsatzes welcher dann auch vom Funkwerk gefertigt worden ist. Das Fernmeldewerk als Produzent des Toni ist eine ebenso undurchschaubare Festlegung des frühen Absurdistan gewesen.

Wenn man das weiß, kommt zwangsläufig die Frage auf, ob die Funkwerker nur zu beschränkt waren, ein wirklich vernünftiges und vor allem zeitgemäßes Heimbandgerät zu konstruieren. Die Antwort lautet Nein! Das waren sie bei weitem nicht - man hatte sich permanent seit dem Fertigungsbeginn des BG19 um weitere Entwicklungsauftr?ge bemüht, welche in einer unnachahmlichen Konstanz systematisch abgeschmettert wurden. Letztlich ist den Funkwerkern zu danken, daß sie entgegen den Weisungen dennoch stetig an der Weiterentwicklung des BG19 bis zum Dreikopfgerät gearbeitet haben. Irgendwann wird eben die Luft sehr dünn und wenn man mitansehen muß, wie die anerkannt schlechteren Geräte staatlicherseits geh?tschelt wurden, bessere Technik +/- verboten worden ist, dann kommt das schon einer gezielten Wirtschaftssabotage sehr nahe.

Mit diesen Streiflichtern im Hintergrund wird es dann auch eher nachvollziehbar, daß den Fernmeldewerkern massive Knüppel zwischen die Beine gedroschen worden sind. Das KB100II ist ohne Zweifel das optisch schönste und funktional beste Heimtonbandgerät der DDR. Es steht in diesen Kategorien noch weit über dem Zwönitzer BG26/BG26 Luxus, welches ja auch erst ein halbes Jahrzehnt nach dem KB100 auf den Markt kam. Wäre dieses allerdings so gebaut worden wie es das Pflichtenheft zum BG26 vorsieht, dann - und nur dann - hätten die Meßgerätewerker den bestehenden Röckstand zum KB100II wirklich ausgleichen können - wenigstens was die Funktionalität betrifft. Schönheit kann man nicht über alles stellen! Die eher erbärmlichen Klappdeckel des BG26 konnten nur mit stets abbrechenden "Ohren" alle Rekorde brechen. Für diese Fehlkonstruktion spricht nur der Umstand, daß es optisch gut aussieht wenn man die drehenden Spulen sehen kann und daß diese Hauben nur wenige M?rker kosteten. Es wäre auch falsch die Zwönitzer wegen des "minderwertigen Materials" dieser Zulieferteile in Schutz zu nehmen. Daß Polystyrol äußerst kratz- und bruchempfindlich ist, weiß wohl auch die "d?mmste Putzfrau"! Daß das den Ingenieuren in der Entwicklungsstelle nicht bekannt gewesen sein soll, ist unwahrscheinlich. Diese elenden Plastekisten waren wohl ein Tribut an die ohnehin viel zu teure Fertigung des BG26. Folgerichtig bekam das Luxus dann auch einen standesgemäßen Holzkoffer, der aber das Gerät ebenso miserabel bedienbar machte wie seinerzeit die Chimären in den MTG-Schatullen.

Vergleiche hinken immer etwas - also bescheiden wir uns auf den Vergleich des KB 100 mit zeitgenössischen Geräten Ostelbiens und da waren Anno 56/57 - zur Zeit der Entwicklung des KB100 - nur noch das MTG25, BG20, BG20/1 und das Tonmeister 1 aus industrieller Fertigung auf dem Markt. Letzteres wesentlich preiswerter als KB100 und Co. aber in der Optik (mit dem archaischen Holzkasten) sehr wenig ansprechend und funktional nicht annähernd an das KB100 heranreichend zumal auch keine eigene Endstufe enthaltend. In technischen Details dennoch überaus innovativ! Es ist so etwas wie der DKW3=6 unter den DDR-Heimbandgeräten der Mittfünfziger. Das MTG25 ist ebensowenig idiotensicher konstruiert und als Heimtonbandgerät nahezu garnicht zu gebrauchen. Also eher 2CV mit zerrissenem Verdeck in der Regenzeit. Das Smaragd - Synonym für alle Typen der BG20 Serien - dagegen kann mit seiner zeitlosen Eleganz und Solidit?t in die Punkte fahren. Die ektromagnetische Steuerung bietet den Komfort von butterweichen "Tipptasten" mit der zusätzlichen Möglichkeit einer kabelgebundenen Fernbedienung. Die Aussage in der R+F, daß die Bedienung des KB100 einfacher und Übersichtlicher sei als die des Smaragd ist allerdings ein völliger Unsinn und geht wenigstens bei mir nur als blanke Schleimerei eines Journalisten durch. Das ganze Gegenteil ist der Fall! Die Bedienung eines KB100II mit seinem integrierten Mischpult erfordert weit mehr Fachkenntnis und die Betätigung des 8-fach Tastensatzes verlangt nach viel mehr Aufmerksamkeit als das beim BG20 nötig bzw. möglich ist. Hinzu kommt noch, daß der rein mechanische Schiebetastensatz des KB100 weitaus größere und präzise Kraftanwendung erfordert als bei den weichen Wipptasten der Smaragde. Ich würde das BG20 hier als MB170 Lieferwagen einstufen; robust, solide, zuverlässig und zeitlos schön aber keinesfalls ein Überflieger. Das KB100 hat nicht annähernd die Stückzahlen erreichen dürfen wie sie dem Smaragd beschieden waren - mit seiner luftigen Leichtbauweise, seinem integrierten, auf Knopfdruck (in der Serie dann ein Zugknopf) aufklappenden Deckel, seiner innovativen Glasringfriktionskupplung (ab 2. Baustufe), der ebenso innovativen Zweisystemanzeigeröhre EM83, dem eingebauten Mischpult, der Sicherheitsabdeckung für die Gerätesicherungen, der hochflexiblen Zweidrahtanschlußleitung mit angegossenen Netzstecker und -kupplung, dem einhängbaren Trageriemen, der überaus praktischen Tragetasche mit ebenfalls nach Bedarf einklinkbarem Schultergurt hatte kein anderer Hersteller hierzulanden jemals etwas auch nur annähernd gleichwertiges müssentgegenzusetzen. Ich würde, um bei den Autos zu bleiben, das KB100II als Isabella einstufen.

Nun weiß ich ja, daß der Klaus u.a. ein nahezu ladenneu aussehndes KB100II sein eigen nennt und da wir in der Galerie noch kein Typfoto davon haben, sollte der Wink mit dem Zaunspfahl schon ein wenig die Richtung vorgeben Mr. Green
_________________
Grüße aus der Lausitz von MichaelZ.

Die Reform der Rechtschreibung ist ein Symptom dafür, daß die Deutschen ihre Sprache nicht lieben.
(Eugen Ruge, Schriftsteller, 2018)
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