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Arcofar - das erste seiner Art ?
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MGW51
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Beitrag1/1, Verfasst am: 22.07.2011, 20:22   

Betreff:   Arcofar - das erste seiner Art ?
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Die Definintion "Elektrogrammophon" möchte eine klare Unterscheidung zwischen den späteren Einfachplattenspielern und den klassischen, rein mechanisch oder auch elektromechanisch angetriebenen Grammophonen treffen. Ob diese Klassifizierung so in dieser Form gerechtfertigt ist, weiß ich selbst noch nicht. Das muß man einfach mal abwarten und ggfs. halt korrigieren.

Als wesentlichstes Merkmal eines Elektrogrammophones erachte ich den völligen Verzicht auf die rein akustische WiedergabeMöglichkeit des Tonträgers. Grammophone, die lediglich über einen ansteckbaren Wandler an ein Radio zur Verstärkung angekoppelt werden gehören hier nicht dazu. Um das mal zu verdeutlichen, schauen wir uns Walters ARCOFAR mal genauer an:



Im geschlossenen Zustand suggeriert diese Sargdeckelarchitektur ein ganz ordin?res Tischgrammophon. Doch wenn man die Türchen öffnet und den Empfänger erblickt, setzt bei den meisten Menschen das Erstaunen ein. Hebt man nun noch den Deckel hoch, präsentiert sich ein moderner elektrischer Plattenspieler mit einem elektromagnetischem Tonarm und Stahlnadelabtastung. Also im Prinzip ein Plattenspieler wie er bis in die Mittf?nfziger gebaut wurde. Freilich wandelte sich das Aussehen des Tragarmes und alternativ gab es auch spätestens seit Anfang der 30-er den deutlich eleganteren und leichteren Tragarm mit "Dauernadel", ebenso von Telefunken.


(Bitte melden, wer den Scan gemacht hat - ist mir leider verloren gegangen!)

Ein interessantes Detail, welches hier auf dem Bild natürlich nicht erkennbar ist, zeigt sich erst in der Untersicht. Hinter dem eigentlichen Tonabnehmer ist eine quer zur Tonarmachse eingebaute kleine gummierte Walze exzentrisch gelagert. Wird der Tonarm auf eine stehende Platte abgelegt, oder einfach +/- heftig danebengesetzt, verhindert diese Walze den Kontakt der Saphirspitze mit dem Untergrund. Erst die Drehbewegung der Schallplatte sorgt dafür, daß die kleine Exzenterwalze hochklappt und der Saphir nun die Rille abtasten kann. Das Auflagegewicht dieses Armes beträgt ca. 50 Gramm - das meiner leichtesten Schalldose liegt bei 75 Gramm und eine klassische Metalldose hat ein Auflagegewicht von ca. 140 Gramm bei einer Eigenmasse von ca. 170 Gramm. Von diesen Massen und Gewichten her betrachtet kann man die relativ schonende Behandlung der Platten mit dem TO 1000 gut nachvollziehen und es leuchtet dann auch ein, daß eine Platte auf dem klassischen Grammophon regelrecht kaputtgefahren wird. Das ist also nicht ungewöhnlich, wenn man heute zumeist nur auf abgenudelte Schellacks trifft.

Vom Zeitfenster her paßt auch der SAJA-Flachmotor in diese Gerätekategorie.



Im konkreten Fall des Arcofor allerdings wurde ein klassischer Hauptstrom-Getriebemotor eingesetzt. Der hat den großen Vorteil, über einen weiten Bereich in der Tourenzahl geregelt zu werden und damit können eben auch Uraltplatten mit abweichender Drehzahl weitgehend korrekt gespielt werden. Dagegen ist der SAJA-Motor als Synchronmaschine auf Wechselspannung angewiesen und folgt in seiner Drehzahl einzig der Netzfrequenz. Hier mal ein Bild aus dem Eigenbaumusikschrank von "fengel":



Das ist ein typischer Phonomotor wie er u. a. in Leisnig gebaut wurde um sowohl an Gleich- als auch Wechselstromnetzen betrieben zu werden. Deswegen Hauptstrommotor, weil der durch den Motor fließende Strom über die Kohleb?rsten der jeweiligen Ankerwicklung und ebenso den Feldwicklungen zugeführt wird. Die Feldspulen lassen sich je nach Erfordernis in Reihe oder aber einfach parallelschalten. Andere Spannungen zwischen 110 und 220 V sind mit externen VorWiderst?nden zur Speisung ebenso geeignet. Da diese Motore nur eine geringe Leistungsaufnahme besitzen, ist das recht simpel machbar. Gravierender Nachteil aller dieser Getriebemotore ist deren unüberhörbare Geräuschkulisse die sich einmal durch das mechanische Laufger?usch und ein andermal durch das B?rstenfeuer, welches in allen mir je untergekommenen Geräten +/- stark in das Rundfunkteil einstreut, bemerkbar macht. Es ist im Grunde ein leises Surren, störend besonders dann, wenn der Motor eingeschaltet und die Nadel noch nicht aufgesetzt ist.

Der hier gezeigte Motor gleicher Bauform besitzt allerdings keine Kohleb?rsten, ist als reine Wechselstrommaschine konzipiert was bei genauem Hinsehen an der fehlenden Ankerwicklung erkennbar ist. Das Funktionsprinzip des fliehkraftgeregelten Getriebemotors ist aber identisch.
_________________
Grüße aus der Lausitz von MichaelZ.

Die Reform der Rechtschreibung ist ein Symptom dafür, daß die Deutschen ihre Sprache nicht lieben.
(Eugen Ruge, Schriftsteller, 2018)
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