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Lorenz Super KML100A / K10A
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TipFox
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Beitrag1/17, Verfasst am: 08.07.2008, 19:54   

Betreff:   Lorenz Super KML100A / K10A
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Liebe Radiofreunde,

schon seit einiger Zeit lagert in meinem Bestand ein offensichtlich nicht sehr häufig anzutreffendes Radio: der Lorenz Super KML100A ( KML 100A ).
Im Internet habe ich über dieses Gerät nichts entdecken können. Es gibt eine Fundstelle, die angeblich einen Schaltplan haben will - leider passt die Röhrenbestücktung nicht Augenrollen
Das Gerät sieht eindeutig nach einem Notradio aus. Als Bestückung ist auf der Rückseite 6 * RV12P2001 angegeben, doch dazu später mehr...

P.S.: was nicht so richtig zu einem "Notradio" passt ist die Verwendung hochwertiger Cs, s.u.

In der Hoffnung, dass irgend wann einmal jemand über diesen Thread stolpert und das Gerät kennt oder gar Unterlagen dazu hat, möchte ich hier ein paar Bilder des Gerätes zeigen. Das Gerät ist noch in genau dem Zustand, in dem ich es über EBay 2005 erworben habe (ca. 40 Euro) - und so soll es zunächst auch bleiben. Es wurde auch nur oberflächlich entstaubt, also nicht wundern Wink

Vorderansicht:







Was man sofort sieht:

- links fehlt der Lorenz - Schriftzug
- der mittlere Skalenknopf passt nicht
- der rechte Skalenknopf (Wellenschalter) ist durch unsachgemäße Behandlung beschädigt (die Schrauben wurden zu fest angezogen und haben das Plastik gesprengt, beim linken Knopf ist der Kunststoff aus dem selben Grund bereits eingerissen)
- auf der Skala sind 3 Wellenbereiche zu erkennen:

- 13... 50m (KW)
- 200... 580m (MW)
- 800...2000m (LW)

(die Bereichsgrenzen sind sicher etwas weiter, aber das sind die ablesbaren Werte)

Hinter dem Loch oben in der Mitte der Skala befindet sich eine Glimmlampe, die vermutlich zur Einschaltkontrolle dient, die Skala selbst ist undurchsichtig, so dass sich bestenfalls eine leichte Illumination der Skala einstellen dürfte. Von "Skalenbeleuchtung" kann man da sicher nicht reden.

Nun zur Rückseite:










Man erkennt die Eingänge für Antenne/Erde, einen dreisprachigen (!) Hinweiszettel, die genaue Typenbezeichnung, die Bestückung, einen Kippschalter mit den Bechriftungen "Hoch" und "Tief" (also vermutlich eine schaltbare Tonblende), die Anschlussspannung ( "Nur 220 Volt", "Wechsel-u. Gleichstrom 220 Volt" - das deutet schon einmal auf Allstrom hin - was sich im Fehlen eines Netztrafos bestätigt ), eine Nummer "447" sowie "Z. 2799."
Die "2799" befindet sich auch auf dem Chassis und auf den Bandfiltern - könnte also vielleicht "Zeichnungsnr. 2799" bedeuten ???

Wenden wir uns also den Innereien zu:






Man erkennt insgesammt 6 Wehrmachtsröhren, links 2 gemeinsam auf einem Sockel, dann eine Einzelne in einer normalen Fassung für diese Röhre und dann noch einmal 3 auf einem Sockel. Die Fassungen für die "Mehrfachröhren" sowie den ebenfalls steckbaren Selengleichrichter sind solche für Stahlröhren.

Im Folgenden ein paar

Detailaufnahmen der "Steckbaugruppen" :








Bei der 3-fach-Röhre sind noch zwei Dinge wichtig zu bemerken, die man an den nächsten beiden Bildern sehen kann:

- eine der Röhren ist eindeutig keine RV12P2001, sondern eine RV12P2000 - also wurde bereits einmal daran gearbeitet - den Lötstellen nach aber vor langer Zeit Wink
- die obere Röhre hat offensichtlich Luft gezogen und dürfte somit defekt sein






Ansichten des Chassis von oben/aussen:










Ein interessantes Detail finde ich die zusätzliche Erdung der Potiachse ( Ein/Laut) über eine Stahlfeder, ... Idea

Die Abgleichplatte und der Wellenschalter :




Ein
Blick unter das Chassis
darf natürlich auch nicht fehlen. Was hier (wie auch insgesammt) auffällt ist die durchgängige Verwendung von tropenfesten Kondensatoren - eine "Kondensatorkur" wäre hier mit Ausnahme der Elkos wohl nicht erforderlich ( habe aber noch nichts gemessen ). Man erkennt hier auch sehr schön, dass die Verwendung der RV12P200x in der Mitte schon ab Werk so vorgesehen war, also nicht etwa umgebaut wurde - das ist schon eine Besonderheit Exclamation


Der Lautsprecher
ist ein für das kleine Gerät recht wuchtiger Typ mit einer Feldwicklung, also kein Permanentmagnet. Am Lautsprecher montiert erkennt man auch noch einen Ausgangsübertrager, also ein niederohmiger Lautsprecher :


Sooo - nach dieser Fotositzung habe ich das Gerät wieder vorsichtig zusammengebaut und eingelagert. Wie schon erwähnt, habe ich bisher keine Schaltung auftreiben können. Es gibt allerdings ein weiteres Gerät von Lorenz, den "Zwergsuper II, 6647GW" , der ebenfalls mit 6 Wehrmachtsröhren RV12P2000 bzw. RV12P2001 bestückt war und auch in anderen Ausstattungsdetails dem KML100A offenbar sehr nahe kommt. Alles Wesentliche ( Glimmlampe, Netzdrossel, LS mit Feldwicklung, Elkowerte, Tonschalter (heisst dort "Sprache/Musik"-) ) stimmt überein. Ich denke, dass man mit diesem Schaltplan arbeiten könnte - vielleicht ist ja der KML100A sogar eine Sonderversion davon (tropenfeste Cs, 3-sprachiger Hinweiszettel)? :Wink:


Nun könnt Ihr euch sicher vorstellen, womit man mir eine Freude machen kann:

- allgemeine Infos zum Lorenz Super KML100A , Schaltplan ?

Auch wenn ich bisher eigentlich nicht vor hatte, das Gerät zu restaurieren: nachdem ich den Zustand nun gesehen habe, juckt es mich schon in den Fingern - hab' aber keine RV12P's .... Wink



P.S.: mittlerweile habe ich von Michael (MGW51) eine passende Röhre bekommen können - aber ich war immer noch nicht am Gerät ....
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Gruß TipFox

Zuletzt bearbeitet von TipFox am 22.10.2014, 23:49, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Arno
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Beitrag2/17, Verfasst am: 08.07.2008, 21:58   

Betreff:
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Hallo Jürgen,

sehr schönes kleines Radio von Lorenz und super Bilder, die Du da gemacht hast.
Ich habe mal in meiner CD-Schaltplansammlung nachgesehen. Auch einiges von Lorenz, aber leider nicht dieses Modell.
Ich halt aber mal die Augen offen.

Gruß
Arno
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Walterh
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Beitrag3/17, Verfasst am: 09.07.2008, 14:11   

Betreff:
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Hallo

Dieses Gerät erinnert mich stark an den Lorenz K10A von ca. 1941. Falls Du die Unterlagen nicht selbst im Zugriff hast, kann ich helfen.....(auch mit Gerätebildern, die ich aber erst machen müsste)

.
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Grüße, Walter
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TipFox
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Beitrag4/17, Verfasst am: 09.07.2008, 14:58   

Betreff:
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Hallo Walter,

vom Lorenz K10A habe ich den Schaltplan, da sind allerdings U-Röhren eingetragen, außerdem eine Skalenlampe, keine Glimmlampe und eine andere Beschaltung der Siebung. Beim KML100A gibt es tatsächlich noch eine zusätzliche Netzdrossel, trotz vorhandener Feldwicklung - wenn die Schaltung dem Zwergsuper II entspricht, weiss ich auch warum - oder eigentlich auch wieder nicht, denn so eine Drossel war ja sicher auch damals schon ein erheblicher Kostenfaktor. Ein winzige Schaltungsänderung würde sie überflüssig machen ...
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Gruß TipFox

Zuletzt bearbeitet von TipFox am 22.10.2014, 23:47, insgesamt einmal bearbeitet
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holger01
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Beitrag5/17, Verfasst am: 09.07.2008, 22:25   

Betreff:
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Hallo Tipfox,
ein interessantes Radio. Bin mal gespannt wie gut das Teil spielt, wenn es repariert ist.

Die Schaltung des 6647 GW habe ich in der Galerie

Holger

Schema Lorenz 6647 GW
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Walterh
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Beitrag6/17, Verfasst am: 10.07.2008, 14:12   

Betreff:
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Hallo Jürgen

Klar hat der K10A U-Röhren. Mein Hinweis zielte dahin, Dir aufzuzeigen, dass es ein früheres Gerät mit ''gleichem'' Chassis/Aufbau gab. Dass Wehrmacht-Röhren in Deinem Gerät verbaut sind zeigt, dass keine anderen Röhren verfügbar waren.

Die abenteuerlichen Konstruktionen mit mehreren Wehrmacht-Röhren auf einem Stahlröhren-Sockel wurden ja auch im Ersatz-Markt eingesetzt.

Gruss, Walter
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Grüße, Walter
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TipFox
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Beitrag7/17, Verfasst am: 10.07.2008, 16:34   

Betreff:
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Hallo Walter,

ja - genau das ist der springende Punkt: handelt es sich um ein Gerät, dass für U-Röhren gebaut und mit Ersatzröhren bestückt wurde - oder wurde er gleich für diese Röhren gebaut? Der Aufbau der Ersatzröhren sieht jedenfalls nicht nach Bastelei aus.

Es gibt auch Lorenz- /Schaub - Schaltpläne mit normalen Röhren, in denen eine Ersatzbestücktung (mit Schaltung) durch Wehrmachtsröhren bereits angegeben ist, sozusagen also als Hinweis an den Reparateur. In diesen Zeiten gab es wohl die verschiedensten Varianten ...
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Gruß TipFox
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Walterh
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Beitrag8/17, Verfasst am: 12.07.2008, 15:13   

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Hallo Jürgen

Die Antwort ist (für mich) klar. Im Laufe der Zeit habe ich so viele Geräte der späten Kriegs- bzw. Nachkriegszeit gesehen, dass ich weiss, dass da einfach mit dem gebaut wurde, was an Material da war.

Bezogen auf Dein Gerät: Der Grundaufbau (Chassis etc.) wurde übernommen, die Schaltung (passive Bauelemente) wurde auf die aktuell verfügbaren Röhren angepasst.

Aus mündlicher überlieferung war das z.B. hier in der Schweiz so, dass man zuerst geschaut hat, was man auf dem Röhrenmarkt gekriegt hat. Erst danach wurden Schaltungen angepasst und Geräte gebaut. So kommt es, dass man ein Modell (gleiche Typnummer) in drei verschiedenen Ausführungen-/Röhrenbestücktungen finden kann......

Häufig waren das dann auch Mischbestücktungen aus US-/Europa-Röhren und verschiedenen Sockeln/Fassungen.

Hier ein Beispiel:


US-5-Pin, Stahlröhre, Topfsockel, Oktal (Mischröhre - etwas versteckt..).... was will man mehr Shocked
Die (Erstbestücktung!) rote Röhre EF9 trägt sogar einen italienischen Steuerkleber - eine Geschichte für sich ...

Gruss, Walter
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TipFox
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Beitrag9/17, Verfasst am: 12.07.2008, 19:40   

Betreff:
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Hallo Walter,

ja, das wird so sein. Wenn es von vorne herein für Wehrmachtsröhren gebaut worden wäre, hätte man die Sockel ja beliebig belegen können. So wie es aussieht, könnte ich aber auch andere Röhren einsetzen Wink

Na, Dein Gerät ist aber auch ein wahres Sammelsurium ! Schieb es doch in die Gallerie, dann bleibt es uns erhalten :Wink:
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Gruß TipFox
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Beitrag10/17, Verfasst am: 01.04.2011, 11:41   

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Das ist ein Nebeneffekt des manuellen konvertierens von Beiträgen aus dem Razyboard:
Man ist dazu "verdonnert" diese +/- intensiv zu lesen denn neben der Korrektur von grafischen Smilies Erfolgt auch gleich eine Korrektur von orthographischen Schusselfehlern (so sie halt gerade ins Auge stechen!) und eine notwendige Korrektur von Schriftfarben. Wir erinnern uns: das Razyboard erlaubt nur einen einzigen Boardstyle für ALLE Mitglieder und wir hatten dort mit weißer Schrift auf dunkelgrünem Grund hantiert.

Doch darum geht es nicht, dies nur als Randbemerkung, als Aufhänger für meine um Jahre verspätete Antwort Smile

TipFox schrieb wie folgt:
Was man sofort sieht:

- links fehlt der Lorenz - Schriftzug
- der mittlere Skalenknopf passt nicht ...


Dazu möchte ich einen Einspruch anmelden:
Es ist durchaus realistisch anzunehmen, daß dieser Sendereinstellknopf original und so gewollt ist! Das rückwärtige Druckbild läßt es auch erahnen, daß man dafür nicht die vermutl. reichlich vorhandenen VE-Knöpfe benutzt hat. Die Haptik ist mit dem großen Knopf bedeutend besser, es läßt sich leicher genau auf den Sender abstimmen.

TipFox schrieb wie folgt:
Ein interessantes Detail finde ich die zusätzliche Erdung der Potiachse ( Ein/Laut) über eine Stahlfeder, ...

Diese zusätzliche Erdungsfeder ist so selten nicht, gab es bei unseren Radios durchaus öfters. Allerdings nicht in der Form, daß die Feder am Chassis befestigt ist sondern mit dem zur Ringöse gebogenen Ende unter der Beilegscheibe der Potiachse festgeklemmt wird. Das freie Ende schleift dann ca. 5mm vor dem Achsende auf der Welle Wink

Und das war es auch schon Smile

übrigens, so groß kann die Not nicht gewesen sein, immerhin hat es für ein verzinktes Blechchassis gereicht! Da war man bei uns durchaus innovativer und benutzte Bakelit bei Allströmern. Sogar Chassis aus "gewöhnlicher" Pappe hat man Erfolgreich produziert.
Wenn es galt irgendetwas zu substituieren, war die DDR vermutlich unangefochtener Weltmeister. Und nicht immer sind solche Substitute als minderwertig anzusehen!
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Beitrag11/17, Verfasst am: 13.06.2012, 15:43   

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Nun bin ich auf ein russische Seite gestoßen, welche sehr viele SB in einem Übersichtlichen Register mit einfacher downloadmöglichkeit bereithält, darunter auch einen KML100A. Bei den Dokumenten handelt es sich nicht um die obligatorischen Seiten aus dem Lange/Nowisch sondern um eine andere, mir nicht bekannte Sammlung.

Das dortige SB ist ausgewiesen als Lorenz Zwergsuper KML 100A, Industr. Sch.Nr. 384/ 398 und darüber hinaus ist die Seite mit 398/505R indexiert.

Jürgens Kasten weist aber keinen Zwergsuper sondern einen Super aus!

Ist das der einzige Unterschied? Leider nein.

Der Zwerg hat eine Bestückung mit dem Standard U-Röhrensatz der Harmonischen Serie, UCH11, UBF11, UCL11 und UY11, entspricht damit dem, was seit den Dreißigern verbaut worden ist. Auf der besagten russischen Site konnte ich auch die gleiche Gerätebezeichnung für einen Holzkasten entdecken. An der Skala ganz unzweideutig zu identifizieren doch das nur nebenbei.

Als Notradio oder Notzeitgeräte würde ich diese Empfänger nicht einfach bezeichnen - darunter verstehe ich ganz andere Konstruktionen. Jürgen schreibt ja auch, daß zu so einem Terminus eigentlich keine Sikatrops passen würden. Man kann es drehen und wenden - ich denke, des Rätsels Lösung ist viel simpler gestrickt. Ganz offenkundig handelt es sich bei dem hier vorgestellten Kasten um ein Nachkriegsradio - sonst wären da keine adaptierten Wehrmachtsröhren drinne! Es ist aber aus meiner Sicht denkbar, daß die Geräte selbst noch in Kriegszeiten gefertigt aber nicht mehr verkauft worden sind: Weil es keine Röhren gab!

Nun war es vor 45 ja wohl so, daß Radios ohne Röhren an die Händler ausgeliefert worden sind. Ohne Röhren ist aber nichts verkaufbar - also hat der Handel sicherlich keine Empfänger von der Geräteindustrie mehr abgenommen. Als dann, nach dem Zusammenbruch, ersteinmal kein MilitÄrgerät mehr benötigt wurde weil es keine Wehrmacht mehr gab, auch der Nachschubbedarf an Wehrmachtsröhren nicht mehr existierte, waren die L?ger voll mit solchen Typen und dabei spielten die P2000 / 2001 u.ä. eine herausragende Rolle bis in die 60-er Jahre hinein! Das kann ich so wenigstens für die ehemalige Region Mitteldeutschland feststellen.
In dem Maße wie es an die Ber?umung der des Kriegsschutt ging, wurden auch teils ungeahnte Warenbestünde entdeckt und logischerweise für eine nutzbringende Verwendung eingesetzt. Das ist aus meiner Sicht der Hintergrund für die auch bei anderen Herstellern anzutreffenden Umristlösungen bewährter Konstruktionen.
Das hier gezeigte Gerät ist aber eindeutig erst nach 45 entstanden denn es ist ja ab Werk mit einer P2000-Fassung in der ZF bestückt.

Somit kann man prinzipiell die Schaltung auch mit den normalen U-Röhren bestückten und es sollte funktionieren. Daß es größere Änderungen - abgesehen von der Anpassung an die anderen Brenner - zur U-Röhrenversion gibt, glaube ich eigentlich nicht. Freilich, es fehlt hier ja die Duodiode! Dafür muß also eine Ersatzlösung gefunden worden sein.

Nach meiner Überzeugung ist dieses Gerät wie es uns hier präsentiert wird nur eine übergangslösung, um mit wenig Aufwand vorhandene Heeresbestünde sinnvoll nutzen zu können. Derartiges kenne ich jedenfalls aus unserer Geräteindustrie in vielfältigster Weise.

Das SB mit den U-Röhren habe ich in unserer Galerie deponiert - nur so. Ich darf das, der "Große Bruder" ist kein so krümelkackeriger Deutscher Daumen hoch
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Beitrag12/17, Verfasst am: 13.06.2012, 17:16   

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Hallo Michael,

also an der Bestückung mit _Ersatzschaltungen_ aus Wehrmachtsröhren würde ich mich nicht stoßen. Es gab jede Menge Anleitungen, wie man solche Konstrukte herstellen konnte. Auch "Super" oder "Kleinsuper" ist mehr oder weniger austauschbar...

Der "Knackpunkt" ist eindeutig die schon ab Werk vorgesehene Fassung, d.h. zumindest eine RVP _muss_ in der Bestückung vorkommen oder es ist eine andere Ausführung. Aber trotzdem gut, eine weiter Schaltung zur Verfügung zu haben - vielleich sollte ich das Ding doch einmal in Betrieb nehmen Wink
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Beitrag13/17, Verfasst am: 08.11.2012, 23:27   

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Hallo

Es passt zwar nicht wirklich, aber die Ähnlichkeit ist frappant.....




Das ist ein Lorenz K 10 A (in meinem Besitz). Das Gehäuse ist etwas anders, der K 10 A hat nur zwei Wellenbereiche usw. Auch die Knöpfe passen zum KML 100 A. Aber ich denke, der KML 100 A ist der Vorgänger und größere Bruder des K 10 A, der seinerseits zeigt, das die Entwicklungsabteilung wohl wollte Smile

Hier der Schaltplan zum K 10 A:



Sorry - die Bilder sind lausig. Bei Bedarf kann ich neue Aufnahmen machen.....

Gruss, Walter
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TipFox
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Beitrag14/17, Verfasst am: 09.11.2012, 12:58   

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Hallo Walter,

also von der Logik her würde ich Dir folgen wollen - dass also mein Gerät ein Nachfolger des 10A sein könnte.

Wenn ich mir Dein Gerät aber im Datail anschaue, erscheint es mir moderner:
- die ZF-Becher sind 'moderner'
- das Gehäusedesign ebenfalls
- Reduzierung auf das Nötigste: nur eine Netzsicherung, Wegfall der Drossel

Ich bin der Meinung, das wir immer noch spekulieren - es gibt leider noch Nichts wirklich Konkretes Wink
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Gruß TipFox

Zuletzt bearbeitet von TipFox am 22.10.2014, 23:44, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitrag15/17, Verfasst am: 09.11.2012, 14:30   

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TipFox schrieb wie folgt:
Hallo Walter,

also von der Logik her würde ich Dir folgen wollen - dass also mein Gerät ein Nachfolger des 10A sein könnte.


Nein, das glaube ich so nicht - im Gegenteil!
Nach meinem Verständnis ist Walters Radio nach dem KML100A entstanden - es beschränkt sich auch nur noch auf MW und LW !

Der Wegfall des KW-Bereiches mit seinen vielen ''Feindsendern'' war ja politisch motiviert und ich unterstelle der Firma Lorenz, die ja auch als wichtiger Lieferant der Reichswehr von deren Aufträgen profitierte, daß man da in vorauseilendem Gehorsam diese Empfänger zu Gunsten des kleineren K10A nicht zur Auslieferung brachte. Das würde auch deren Seltenheit erklären!

Die Entstehungszeit beider Modelle liegt also in unmittelbarer Abfolge sehr nahe beieinander - so meine Sichtweise. Als das Tausendjährige die Segel gestrichen hatte, dominierten in Westelbien vorzugsweise Ami-, Torry- und Franzmannuniformen die Verwaltungen. Der Bau von Sende- und Empfangsgeräten war den verbliebenen Deutschen Firmen seitens der Siegermöchte (wie vieles andere auch) verboten. Der für seine Bauernschläue bekannte Max Grundig witterte seine Chance und schmiß den Bausatz 'Heinzelmann' unters Volk. Das war ja kein Radio, nur ein paar Teile und nur wer es sich zutraute und die nötigen Groschen löhnen konnte, durfte sich daraus einen Empfänger löten.

Und Lorenz? Die hatten haufenweise Altmaterial in den Lägern, ebenso Halbfabrikate. Was tut man mit inzwischen altmodischen und zudem röhrenlosen Rundfunkempfängern?
Radioröhren gab es bestenfalls auf dem Schwarzmarkt gegen einen Sack Kartoffeln. Aber Wehrmachtsröhren waren noch waggonweise vorhanden! Also häkelte man ein bisschen an der Schaltung, bastelte ein paar Adapter und tauschte eine vorhandene Stahlröhrenfassung gegen eine Wehrmachtsfassung - der Teilkreis der Befestigungslöcher ist schließlich identisch! Und es funktionierte, irgendwie ganz brauchbar, auch ohne die Regeldiode.
So ein umgestrickter Kasten als Morgengabe auf dem Tisch eines entscheidungsbefugten Uniformträgers, verbunden mit dem Angebot die Herren Besatzer mit solchen ''neuen'' Radios auszustatten, wird ganz schnell den entsprechenden Stempel auf ein Papier mit der Erlaubnis zur Radioproduktion bewirkt haben.

Lorenz konnte drei Fliegen mit einer Klatsche schlagen:
    - Die Produktion konnte beginnen,
    - Altbestände konnten abgebaut und verrubelt werden,
    - Arbeitskräfte wurden in Lohn und Brot gebracht.

So ganz nebenbei machte man sich bei den Besatzern auch gleich ein wenig unabkömmlich.

Nunja, dafür habe ich keinerlei schriftliche Belege, nur meine Nase und meinen Bauch Daumen hoch
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