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Philips B1D43A ( Philitina ) - Reparaturbericht
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TipFox
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Beitrag1/1, Verfasst am: 23.12.2008, 18:28   

Betreff:   Philips B1D43A ( Philitina ) - Reparaturbericht
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Die Wiederbelebung eines Philips B1D43A ( Philitina )

Ein befreundeter Sammler mit wenig technischen Kenntnissen bat mich, mir mal dieses Gerät "zur Brust" zu nehmen, es sei "tot" - was ich natürlich gerne übernommen habe. Da bekommt man dann auch ganz leicht die Genehmigung zum Posten der Bilder Wink

Es geht nicht um eine echte Restauration - "Reparatur" ist hier sicher der angebrachtere Ausdruck ...

Zum Gerät:

Nicht ganz so "berühmt" wie die Philetta's - aber doch ein sehr schönes, kleines Zweitgerät z.B. für die Küche oder das Bastelzimmer. In diesem Fall kommt es in einem elegant schwarzen Gehäuse (Kunststoff) und weißen Tasten mit einem klaren Design, mit dem man es auch in einer moderneren Wohnungseinrichtung nicht verstecken muss. Es empfängt mit UKW und MW genau die beiden Wellenbereiche, die auch heute noch für viele Rundfunkhörer von Interesse sind.

So sah das Gerät bei seiner Ankunft aus:







Wie man sieht, befindet sich das Gerät zumindest äußerlich in einem recht guten Zustand, sogar die UKW-Behelfsantenne ist noch vorhanden.
Nur hat leider jemand vorne links ein Loch in die Skala gebohrt und einen Druckschalter eingebaut, vermutlich ist der Netzschalter defekt und durch diesen Schalter funktional ersetzt worden.



Der neue Schalter ist ebenfalls bereits defekt, es ist aber sowieso ein völlig ungeeignetes Modell (einpolig!).

So ein Loch in einer (Kunststoff) Scheibe ist natürlich irreparabel, eine "Restauration" ist hier also nicht möglich, ohne die Skalenscheibe zu ersetzen.

Das Gerät wurde zunächst ein paar Tage eingelagert, nicht ohne die von Aussen zugänglichen Schrauben - z.B. die Madenschrauben der Bedienknöpfe, mit einem Tropfen Öl zu versehen - das macht es später dann einfacher und verhindert abgebrochene oder ausgefranste Schraubenköpfe - oder noch schlimmer: gebrochene Knöpfe ...

Instandsetzung des Gerätes

Als erstes wurde der Schaltplan gesichtet.

Es ist eine recht Übersichtliche Schaltung. Zu beachten ist unbedingt die FEHLENDE NETZTRENNUNG !
Das Gerät hat zwar einen Netztrafo, der ist aber nur für die Heizung und die Skalenbeleuchtung zuständig - die Anodenspannung kommt direkt aus dem Netz.

Für mich bedeutet das:

-Arbeiten nur über Trenntrafo (sowieso Wink )
-erhöhte Aufmerksamkeit beim Bauteileersatz - die Spannungsfestigkeiten müssen unbedingt beachtet werden, alles andere wäre bodenloser Leichtsinn.

Im Schaltplan habe ich dann erst mal die "neuralgischen" Punkte identifiziert und auf einem Schaltplanausschnitt markiert. "Neuralgisch" meint hier: typische Fehlerursachen, also Sicherung(en), Elko's und Hochlastwiderstände.

Dann ging's an das Gerät:

nach Abnahme der kombinierten Rück- Bodenabdeckung lässt sich dass Chassis leich herausnehmen. Dabei muss man es etwas kippen, um Ferritantenne und Skalenscheibe heraus zu bekommen. Der Lautsprecher kann angelötet bleiben, da er mit nur 2 Schrauben befestigt ist und so leicht aus dem Gehäuse genommen werden kann.





Das Chassis wurde dann erst mal einer Sichtprüfung unterzogen und mit Druckluft entstaubt - nach meiner Meinung die schnellste und beste Methode. Allerdings muss man mit Fingerspitzengefühl arbeiten, zu viel Druck kann auch Drähte abreissen!

Der Netzteilelko ist offensichtlich defekt, jemand hat bereits einen Flaschenverschluss darüber geschoben, leider ein völlig ungeeignetes Mittel - verhindert höchstens, dass der hervorquellende Elektrolyt die Umgebung verdreckt. Erstaunlicherweise gibt es in einem im RM abgebildeten Gerät ebenfalls einen solchen Saftflaschenverschluss auf dem Elko - weiß jemand mehr dazu? War das etwa ab Werk so, oder gab es entsprechende "Insidertipps" ??



Unterhalb des Chassis sieht man, wo der Vorbesitzer den Netzschalter entfernt und den Druckschalter "drangestrickt" hat - leider sehr laienhaft, das muss auf jeden Fall geändert werden ...



Das Skalenseil für den UKW-Bereich war abgesprungen, aber noch intakt. Ich musste es also "nur" wieder auflegen - aber das war dann eine Geschichte von mindestens 2 Stunden, eine elende Fummelei - vor allem, wenn man keinen Seillaufplan hat. Da das Seil aber noch völlig intakt war, _musste_ es ja irgendwie passen, man muss nur finden wie Wink. Na ja, es läuft wieder - selten so geflucht ...zu allem überfluss hatte jemand Lötzinn auf eine Umlenkrolle aufgebracht, sollte wohl den Schlupf verringern - mit dem Erfolg, dass das Seil ständig absprang ...



Die Netzsicherung (Si1) und der Vorwiwderstand (100Ohm) der Gleichrichterröhre waren in Ordnung - Si2 musste ich erst suchen. Erst die Bezeichnung im Schaltplan "Cu 0,18" brachte mich auf die richtige Idee: es ist einfach eine dünne Kupferdrahtbrücke - und auch die war in Ordnung.



Der defekte Elko wurde ausgebaut. Auch von unten war zu erkennen, dass er bereits erheblich unter Druck gestanden hat. Zuerst wollte ich ihn neu befüllen - als ich aber bemerkte, dass die Platinenbohrungen exakt zu 2 modernen Elko's 68uF/400V passen, habe ich darauf verzichtet und einfach die neuen Elko's eingebaut. Da es eh ein Platinengerät ist, fällt der "Stilbruch" kaum auf.



Dann wurden noch der Kathodenelko(C87) und der Koppelkondensator(C86) der Endröhre ersetzt, ebenso der Elko im FM-Dekoder(C74). Der 4uF-Kondensator C88 hatte noch seinen Sollwert und wurde so belassen, weil mir seine Funktion einerseits nicht eindeutig klar ist und 4uF andererseits einen "exotischen" Wert darstellt, bei dem man sich bestimmt etwas gedacht hat - den wollte ich nicht einfach durch 3,9 oder 4,7 uF ersetzen ..

Der dazugebastelte Druckschalter wurde entfernt, das Loch in der Skalenscheibe mit Heisskleber verschlossen und die Netzleitung direkt durchgeschleift. Das Gerät muss also jetzt über den Netzstecker ein- und ausgeschaltet werden, bei einem Gerät ohne Netztrennung sicher nicht verkehrt Wink

Nachdem dann die vorher gereinigten Röhren wieder eingesetzt waren, konnte ich das Gerät mit einem Stelltrafo langsam hochfahren - tja, und es spiele auf Anhieb...
Bei bestimmten Frequenzen im UKW-Bereich kam es aber zu wilden Schwingungen - so heftig, dass ein in der Nähe stehendes schnurloses Telefon sich von der Basisstation abmeldete Wink. Die Ursache war eine fehlende Abschirmung der ECC85 (ein loser Draht mit Massepotenzial brachte mich drauf). Nachdem diese durch einen Weißblechstreifen ersetzt worden war, konnte ich keinen Mangel mehr feststellen. Beide Wellenbereiche arbeiten laut und empfindlich, die Untersetzung ist bei UKW leider recht gering - man benötigt eine ruhige Hand für die Abstimmung. Der Klang ist gut aber natürlich nicht sehr berauschend, dafür sind Lautsprecher und Gehäuse zu klein. Auch der ungewöhnliche Ausgangsübertrager (mit Schnittbandkern? - wo ist da eigentlich der Luftspalt?) scheint mir nicht sehr großzügig ausgelegt zu sein.



Es ist aber auch kein unangenehmer "Quäker" und hält locker mit jedem modernen Transistorradio mit.

Der Rest war Putzarbeit - bei dem Kunststoffgehäuse überhaupt kein Problem. Normaler Haushaltsreiniger und etwas Kunststoffpolitur genügen völlig, um wieder ein ansehnliches Gerät zu erhalten...







Der befreundete Sammler war jedenfalls zufrieden Wink
_________________
Gruß TipFox
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