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Bandspule: 11er von AGFA Wolfen / ORWO
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MGW51
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Beitrag1/1, Verfasst am: 26.11.2022, 04:23   

Betreff:   Bandspule: 11er von AGFA Wolfen / ORWO
Zusatz:       Produziert für das BG33
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Tonbandgeräte und deren Spulen stehen in engem zeitlichen Zusammenhang. Dabei kann man - bezogen auf den DDR-Heimgerätemarkt ganz klar eine Entwicklung von der 22er hin zur 10er Spule mit der entsprechenden Geräteentwicklung und dem dazu passenden Bandmaterial, auf ganz bestimmte "Schaltjahre" festmachen.

Die 22er ist nur für Industriegeräte der Entwicklungsjahre 1950 - 1954 und für handwerklich gefertigte Konstruktionen bis etwa 1958 benötigt worden. Anfangs ausschließlich mit C-Band und Schicht außen bzw. Deutsche Spurlage bewickelt. Ab Ende 1953 kam CH-Band dazu, etwa ab 1959/60 der erheblich verbesserte Typ CR.
Industriegeräte dieser Ära: BG19, MTG19, MTG20, MTG22 - MTG25, MT01 und 02

Die 18er Spule ist fest mit der seit 1953 laufenden Entwicklung des BG20 verbunden. Ab dieser Epoche änderte sich die Spurlage der Halbspurgeräte auf die internationale Norm, damit verbunden die Konfektionierung mit Schicht innen. C-Band ist meines Wissens nie auf 18er Spule in den Handel gekommen. Die Geräte waren nun alle auf den Typ CH oder CR abgestimmt.
Industriegeräte dieser Epoche: Smaragd-Serien BG20 - 20/5; BG20-6 für Typ CR

Keine Regel ohne Ausnahme!
Ab 1953 kam die 13er Spule, extra entwickelt für den Aufsetzer TONI, konfektioniert mit C-Band, Schicht innen, auf den Markt.

Die 15er Spule kommt 1957 mit CH-Band in den Handel. Sie ist unverzichtbar für die nun folgende Gerätegeneration, bei denen durch das verfügbare Langspielband eine identische Spieldauer wie mit 18er Spulen mit Normalband erreicht wird.
Industriegeräte dieser Epoche: KB100, KB100-2, BG21; BG23 und 23-2 für Typ CR

Die letzte Epoche der DDR-Bandgeräteindustrie ist gekennzeichnet durch eine deutliche technische Modernisierung. Leider ist dieselbe nicht an eine solide, stabile Bauweise gekoppelt. Minderwertige Polystyrolgehäuse in einer extrem bruchgefährdeten Ausführung werten diese letzten Typen - mit einer Ausnahme - total ab. Es kommen nur noch 15er Spulen mit dem Typ CR zum Einsatz.
Geräte dieser Ära, die bis in die 70er Jahre reicht: BG26-1, BG31, BG31-2; BG26 Luxus im Holzgehäuse

Die 10er Spule kam erstmals als "Kolibri" Briefband in den späten 1950er Jahren auf den Markt; meines Wissens ab der Verfügbarkeit von CH-Langspielband. Somit war sie bereits bei der Entwicklung des BÄNDI verfügbar. Außerdem ist sie für professionelle Reportergeräte unverzichtbar. Andere Geräte sind nicht auf diese Größe angewiesen.

Die 11er Spule wurde speziell für das BG33 entwickelt und verschwand mit dem Aus für diese Fehlkonstruktion vom Markt. Sie ist aber ebenso für das URAN, welches ab 1964/65 in der DDR verkauft wurde, konzipiert (bei geschlossenem Deckel!) gewesen. Da diese Größe hierzulanden nicht konfektioniert worden ist, hatte TESLA eine 10er Spulengröße (nur für die DDR?) vorgegeben.

Daß das BG33 zum Rohrkrepierer wurde, ist der Entwicklungsstelle des MGW zuzuschreiben. Die anfangs einbezogenen Entwickler des Funkwerk Leipzig hatten nachweislich bessere Ideen mit praxistauglichem Design. Sie wurden aus der Entwicklung gedrängt - warum?
Nun, ich vermute, daß das MGW die Entwicklungsgelder vollständig für sich selbst vereinnahmen wollte. Dagegen wäre nichts einzuwenden - nur, die konnten es halt noch nie! Es fehlte der gesunde Innovationsdrang und eben auch Ideen, welche nur dann entstehen können, wenn man sich mit der Materie wirklich praktisch identifiziert und das Können auch vorhanden ist. Also hat man sich die Leipziger Entwicklung unter den Nagel gerissen und ein bissel verhunzt - offenbar im Glauben an die optische Schönheit. Daß niemand ein nur schönes Teil kauft, welches als Portable nichtmal einen Tragegriff, oder auch nur die Möglichkeit zur Befestigung eines solchen besitzt, dazu in einer plärrigen, stoßgefährdeten Plasteschüssel steckt, konnte von den Strategen im MGW keiner ahnen. Stattdessen wurde die Schuld auf andere abgewälzt: Die Motorenbauer waren nicht in der Lage, einen tauglichen Motor zu liefern. Die Nullserie bekam Pabst-Motore eingepflanzt.
Die genannten Mängel hatte das Leipziger Gerät nicht - es ist auf jeden Fall, nach meiner Überzeugung, die weitaus bessere Lösung gewesen. Allerdings bleibt dazumal ein unübersehbarer Mangel: Es gab noch kein für den Viertelspurbetrieb geeignetes Bandmaterial aus Wolfen.

Die Stromversorgung haben die Funkwerker mittels zweier wahlweise ansteckbarer Module gelöst. Eines als Box für eine Gruppe Monozellen und alternativ ein weiteres als Netzteil. Ich weiß es nicht sicher, gehe aber davon aus, daß statt der Batteriebox per Kabel eine Verbindung zur Autobatterie möglich ist.

TESLA hat beim Uran diese drei Möglichkeiten auch vorgesehen, allerdings mit integrierbarem Netzteil realisiert. Umständlich ist, daß um dieses einsetzen zu können, die 6 Monozellen erst einzeln herausgenommen werden müssen. Das ist nicht nur umständlich, es ist auch sehr zeitaufwendig! Also auch hier eine Lösung bei der Schönheit vor Brauchbarkeit rangiert.
Wie das beim START gelöst ist, weiß ich nicht sicher.

Nun kommen wir in die 80er Jahre und - man glaubt es kaum - ORWO konfektioniert wieder auf 22er Spule. Diesmal mit kleinerem Kerndurchmesser und natürlich Schicht innen.
Gab es die Größe auch im Handel oder nur für den Export? Darauf weis ich noch keine Antwort.

Was es in der Praxis wohl nie gab, waren 25er Spulen, obwohl sie einmal in einem Beiblatt mit gelistet waren.


Halten wir fest:
Zwei Spulengrößen sind eigens für nur je ein Gerätemodell geschaffen worden: 13cm für das TONI und 11cm für das BG33.

22cm und 18cm sind seit dem KB100 zu Auslaufmodellen geworden.

15cm und 10cm sind für mehrere Modelle bis zum Ende der Magnetbandära gebräuchlich gewesen.

Das 8er Briefband entstand ausschließlich ohne entsprechende Geräteentsprechung.

Die kleiner werdenden Spulen ermöglichen durch dünneres Bandmaterial gleiche oder gar längere Spielzeit als die größeren Spulen. Das dünnere Bandmaterial verursacht im wesentlichen zwei Probleme: Die Geräte müssen schonender wickeln und transportieren und die Spulenlagerungen müssen erheblich massiver sein um die größeren Massen mit noch größerer Drehzahl noch schneller umwickeln zu können.

Was habe ich vergessen, was stimmt so nicht?

Nun, die Spulen sind nicht durchweg metrisch sondern in Zollmaßen gehalten. Das bedeutet eine 18er mißt exakt 178 mm, die 15er genau 145 mm, die 13er kommt auf 127 mm und die 8er auf lediglich 75 mm.
Warum das so und nicht anders ist, hat mich nie wirklich interessiert.
_________________
Grüße aus der Lausitz von MichaelZ.

Die Reform der Rechtschreibung ist ein Symptom dafür, daß die Deutschen ihre Sprache nicht lieben.
(Eugen Ruge, Schriftsteller, 2018)
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