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R21 Reportage-Magnettongerät, RFZ 1961
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Beitrag1/26, Verfasst am: 24.10.2008, 12:58   

Betreff:   R21 Reportage-Magnettongerät, RFZ 1961
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... so ist der offizielle Name eines kleinen DDR-Tonbandgerätes, das ab 1961 dem Rundfunk zur Verfügung stand. Entwickelt und Hergestellt wurde es vom Rundfunk- und Fernsehtechnischem Zentralamt (RFZ):

Alle Bilder in diesem Beitrag lassen sich vergrößern!





Hier ausschnittsweise die Beschreibung des Gerätes im "Handbuch der Studiotechnik Ton" vom Betriebslabolatorium für Rundfunk und Fernsehen der DDR ("Blaubuch"):


Wirkungsweise:

Bei Betätigung der Einschalttaste erhalten Motor, Regelschaltung und Verstärker Batteriestrom. Außerdem wird durch Kippen des Motors über ein Gestänge die Rolle an dessen Achsstumpf mit dem Gummibelag auf dem Umfang einer Schwungmasse gekuppelt. Auf der Schwungmassenachse sitzt die Antriebsrolle. Bei Aufzeichnung und Wiedergabe drückt die Gummifriktionsrolle das Magnetband gegen die Antriebsrolle, das dann durch Friktion mitgenommen wird. Außerdem kuppelt ein Gestänge ein Reibradgetriebe, das die Aufwickelspule antreibt mit der Schwungmasse. Das rückspulen des Magnetbandes Erfolgt beim zurückdrücken und Festhalten des nach rechts verlängerten Hebels, auf dem die Gummifriktionsrolle sitzt. (Durch den gleichen Hebel wird auch der Bandandruckhebel und die Kopfabschirmplatte betätigt). Hierdurch werden die Gummifriktionsrolle und über das Gestänge das Reibradgetriebe zum Antrieb der Aufwickelspule abgehoben und dafür eine Gummipeese zum Antrieb der Abwickelspule mit der Schwungmasse gekuppelt. Die Drehzahl des Motors wird elektronisch auf den Sollwert geregelt und dessen Einhaltung durch eine Glimmlampe angezeigt. Beim Rückspulvorgang liegt der Motor direkt an der Batteriespannung, so daß er ungeregelt mit seiner vollen Drehzahl läuft und sich so eine kürzere Rückspulzeit ergibt. Zu diesem Zweck ist am Griffende des Rückspulhebels ein Kurzschlußkontakt eingebaut, der beim zurückziehen des Hebels zwangsläufig mitbetätigt wird. Beim Drücken des Knopfes, ohne den Hebel zu ziehen, läuft das Band mit ungefähr doppelter Geschwindigkeit vor. Der Verstärkerteil enthält den Aufzeichnungsverstärker, der auch zur Wiedergabe verwendet wird, und den LV-Generator . Die elektronische Drehzahlregelschaltung und der Verstärkerteil sind mit Transistoren bestückt.
Das Ein- und Ausschalten des Gerätes Erfolgt durch zwei gegeneinander verriegelte Drucktasten, während das Umschalten von Aufzeichnung auf Wiedergabe beim öffnen des Deckels automatisch durch einen Kontaktsatz vorgenommen wird.


Schaltungserläuterungen:
(Ein Schaltplan steht mir leider nicht zur Verfügung)neu, s.u.

Regelschaltung für Motordrehzahl
Vor dem Motor liegt als Regelwiderstand der Transistor Trs 2. Mit einer der Drehzahl umgekehrt proportionalen Basisspannung wird der Kollektor-Emitter-Widertand des Transistors gesteuert und hierdurch eine Stabilisierung der Drehzahl erreicht. Zur Erzeugung einer drehzalabhängigen Spannung sitzt auf der Motorachse ein Polrad mit zwölf auf den Umfang verteilten Permanentmagneten, abwechselnd Nord- und Südpol, die vor einer Abnehmerspule umlaufen. In dieser werden bei einer Umdrehung zwölf Impulse verschiedener Polarität induziert, die eine etwa sinusförmige Wechselspannung mit einer Frequenz gleich der 6-fachen Motordrehzahl ergeben. Diese Spannung gelangt über einen Hochpaß, auf dessen Flanke die der Solldrehzahl entsprechende Frequenz liegt, an die Diode Di 1. Nach Gleichrichtung mit der Diode und Glättung durch C 1 steuert die drehzahlabhängige Regelspannung die Basis des Transistors Trs 1. Dieser Transistor bildet einen Teilwiderstand des Spannungsteilers zur Erzeugung der Basisspannung des Regeltransistors Trs 2. Zur Verbesserung der Regelwirkung bei Betriebsspannungs- und Belastungsänderungen wird auf die Basis des Steuertransistors Trs 1 ein Teilstrom vom Kollektor des Regeltransistors Trs 2 zurückgeführt. Um die Temperaturabhängigkeit der Transistoren zu kompensieren, ist ein HSL-Widerstand R 1 in der den Kollektorwiderstand des Steuertransistors Trs 1 bildenden Widerstandskombination vorgesehen.

Kontrolle der Motorsolldrehzahl
Eine Größe, aus der sich entnehmen läßt, ob die Regelung einwandfrei arbeitet und damit die Einhaltung der Solldrehzahl gewährleistet, ist die Kollektorspannung des Regeltransistors Trs 2. Bei Unterschreitung eines Mindestwertes setzt die Regelung aus. An diese Kollektorspannung ist über einen Vorwiderstand die Basis des in einer Rückkopplungs-Schwingschaltung arbeitenden Transistors Trs 3 angeschlossen. Der Emitter der Trs 3 erhält eine einstellbare Vorspannung. Diese wird so eingestellt, daß Schwingungen nur erzeugt werden, wenn die an der Basis liegende Kollektorspannung des Regeltransistors Trs 2 über dem zur Regelung erforderlichen Mindestwert liegt. Voraussetzung hierfür ist die Erfüllung von zwei Bedingungen. Einmal darf die Batteriespannung einen bestimmten Wert nicht unterschreiten und zum anderen muß die mechanische Belastung des Motors in zulässigen Grenzen liegen. Sind beide Bedingungen erfüllt, leuchtet die an einer Wicklung des Rückkopplungsübertragers Tr 1 angeschlossene Glimmlampe Gl 1. Diese muß also bei eingeschaltetem Gerät dauernd leuchten, wenn es in betriebsfähigem Zustand ist.


NF-Verstärker
Die Eingangsstufe ist durch einen Transformator an das dynamische Mikrofon M 21 bzw. M 21a angepaßt, das bei 1 N/m? Schalldruck einen Eingangspegel von -61 dB Leerlaufspannung liefert. Auf die Eingangsstufe folgt eine Kollektorstufe, die zur Impendanzwandlung für die automatische Regelschaltung (s.u.) dient. über eine weitere Verstärkerstufe in Emitterschaltung gelangt das NF-Signal auf die Treiberstufe und die Endstufe. Die Endstufe erhält ihren Basisstrom vom Kollektor der Treiberstufe. Dadurch wird der Basisspannungsteiler für die Endstufe eingespart, zugleich ergibt sich eine Temperaturkompensation. Erhöht sich bei steigender Temperatur der Kollektorstrom der Treiberstufe, dann sinkt durch die verringerte Kollektorspannung der Basisstrom der Endstufe. Zur genauen Einstellung des Arbeitspunktes der Endstufe dient ein zwischen Kollektor und Basis liegendes Potentiometer, das mit einem 10 µF-Kondensator überbrückt ist. Um genügend kleine nichtlineare Verzerrungen und hohe Stabilität der Endstufe zu erhalten, wurde eine Gegenkopplung von dem Transistor der Endstufe zum Emitter der Treiberstufe geführt.

Bei Wiedergabebetrieb wird der Aufzeichnungskopf als Wiedergabekopf verwendet. Eine Änderung des Frequenzganges wird nicht vorgenommen, obwohl der Kopf einen für die Bandgeschwindigkeit von 9,53 cm/s sehr breiten Spalt besitzt, also ein erheblicher Höhenabfall eintritt. Hier ist aber wieder zu bedenken, daß das Gerät unter keinen Umständen als Abspielgerät für Umschnittzwecke verwendet werden soll. Die Abhörmöglichkeit ist vorgesehen, damit der Reporter prüfen kann, was aufgezeichnet wurde. Dazu genügt aber der vorhandene Frequenzbereich, der von etwa 125 Hz (ohne Berücksichtigung des Lautsprechers) bis 4,5 kHz geht. Durch den eingebauten Kleinstlautsprecher werden die tieferen Frequenzen ohnehin nicht wiedergegeben. Es besteht aber die Möglichkeit, mit der Abhörvorrichtung Z 7 eine entsprechend bessere Abhörkontrolle durchzuführen. Bei Umschaltung von Aufzeichnung auf Wiedergabe wird der Kopf über den Eingangstrafo an den Verstärkereingang angeschlossen und es werden die Regelschaltung und der zugehörige Spannungsteilerwiderstand sowie die Gegenkopplung am Emitter des Trs 5 außer Betrieb gesetzt, so daß sich die Verstärkung auf den erforderlichen Wert erhöht.


Schaltung zur Amplitudenreglung des NF-Verstärkers
Die in dem Gerät eingebaute Regelschaltung sorgt dafür, daß auch bei mehr als normalem Schalldruck am Mikrofon (1...3 N/m?) immer ein NF-Kopfstrom fließt, der nicht über Vollaussteuerung liegt. Im Bereich einer Eingangspegeländerung von -50 dB (Vollaussteuerung) auf -61 dB darf der NF-Kopfstrom niemals mehr als 3 dB abfallen. Die Schaltung ist als Vorwärtsregelung ausgeführt. Zwei Dioden arbeiten in Gegentaktschaltung als stromgesteuerte veränderliche Widerstände und bilden einen Zweig des Spannungsteilers vor Trs 5.
Um die notwendige Entkopplung zu erreichen, ist eine zusätzliche Transistor-Kollektorstufe Trs 3 vorhanden. Der zweite Transistor Trs 4 dient als Gleichrichter und liefert den zur Steuerung der Dioden notwendigen Gleichstrom. Zur Einstellung der Grunddämpfung, die die Regelsteilheit bestimmt, dient Pr 1, zur Regulierung des Regeleinsatzpunktes Pr 2. Die Ein- und Ausregelzeiten liegen bei 70 ms. Diese Zeiten werden bestimmt durch den Kondensator am Kollektor der Gleichrichterstufe.


LV-Generator
Der Lösch- und Vormagnetisierungsgenerator ist als selbstschwingender Gegentaktoszillator ausgebildet. Die Frequenz liegt bei 45 kHz. Sie ist damit hoch genug, um das Auftreten von Differenztönen im Übertragungsbereich zu verhindern. Der Löschkopf wird in Parallelresonanz betrieben. Die Einkopplung des Vormagnetisierungsstromes zum Aufzeichnungskopf Erfolgt über C 15. Damit über den NF-Ausgang kein HF-Strom fließt, ist ein Parallelkreis (C 11, Dr 1) als Sperre eingefügt.


Beschreibung:

äußere Form:
Das Gerät ist in einem Gehäuse aus Leichtmetall mit Außenflächenüberzug (Kunstleder und Lack) untergebracht. Die Oberseite mit den Magnetköpfen und -bandspulen sowie dem auswechselbaren Batteriesatz ist durch öffnen des Deckels zugänglich. Zum Schutz des Gerätes wird eine Bereitschaftstasche aus Kernleder oder ein Transportbeutel aus Kunstleder geliefert. In der Bereitschaftstasche können zusätzlich das Mikrofon mit Kabel, zwei Bandspulen und eine Ersatzbatteriekassette untergebracht werden. Der am Gehäuse befestigte Tragriemen ist lösbar und hält das Gerät in der Bereitschaftstasche.
Das Gerät kann sich bei Aufzeichnung in beliebiger Lage befinden. Bei Wiedergabe beschränkt jedoch der geöffnete Deckel die Gebrauchslage.

Innerer Aufbau:
Unter der Grundplatte, auf der die Bandführung mit Auf- und Abwickelantrieb, Aufzeichnungs- und Löschkopf sowie Antriebs- und Gummifriktionsrolle sitzen, liegt der Motor mit der Welle etwa parallel zur Platte. Vor diesem ist die Schwungmasse, deren oberes Ende die Antriebsrolle bildet, angeordnet. über dem Motor liegt die Motor-Regelschaltung. In der Mitte des Gerätes befindet sich hinter der Schwungmasse der Lautsprecher, über dem in der Grundplatte Durchbrüche zur Schallabstrahlung vorgesehen sind. Unter dem Aufwickelantrieb ist der Drucktastenschalter zum Ein- und Ausschalten eingebaut. Ganz unten im Gerät sitzt die geätzte Leiterplatte des Aufnahmeverstärkers. An der Rückseite wird die Batteriekassette eingeschoben. Mit dem Gehäuse ist das Gerät durch drei unverlierbare Schrauben verbunden.




Anschlußmöglichkeiten:
Auf der Stirnseite mit dem Tastenschalter befindet sich die Mikrofonanschlußdose. Außerdem ist auf der Grundplatte eine Buchse zum Anschluß eines Kopfhörers, der Z 7 oder des Phono-Einganges eines Rundfunkgerätes angeordnet.


Auswechselbare Teile:
2 Kinospulen für Magnetband nach OIRT-E8 Abb.3 F = 75
1 Batteriekasten mit 6 Trockenakkus RZP 2 (0,4 Ah)
1 Tragriemen


Technische Daten:

Transportwerk:
Spieldauer mit Normalband ( 75 mm-Spulen nach OIRT-E8 ) 9 min
Frequenzmodulation, gehörwertrichtig nach OIRT Entwurf E 21 (DIN 45507) gemessen < 0,45 %
Schlupf zwischen Band-Anfang und -Ende < 0,2 %
Amplitudenmodulation gemessen mit J 46 < ? 25% = ? 2 dB
Rückspulzeit einer vollen 75 mm-Spule etwa 1 min

Regelbereich des Motors:
Bei Normalbelastung [Md = (8 ? 4) cmp] darf sich bei Betriebsspannungen zwischen 9,4 und 12,6 V die Motordrehzahl um nicht mehr als 0,5 % ändern.
Betriebsmäßige Stromaufnahme des Motors 80 mA
Löschdämpfung > 70 dB
Frequenz des LV-Generators > 45 kHz

Nichtlineare Verzerrungen des Aufsprechstromes:
f = 500 Hz u.4 kHz, UBatt = 12 V d2 u. d3 = 1,5 % bei Vollaussteuerung.

Stromaufnahme des Verstärkers bei Aufzeichnung = 55 mA
bei Wiedergabe = 25 mA


Gesammtgerät:

Frequenzgang der Aufnahme (siehe V/R 21/5)
Störabstand der Aufnahme bezogen auf 200 mM > 45 dB
Stromaufnahme bei Aufnahme < 135 mA

bei Wiedergabe < 105 mA


Daten der Stromversorgung:
Als Stromquelle für Motor und Verstärker dient eine Batteriekassette mit sechs auswechselbaren Trocken-Akkus RZ P (0,4 Ah) in Polyäthylengehäuse in Serienschaltung.

Batteriespannung: 12,0 (+ 0,6 - 2,6) V

Bandgeschwindigkeit, Tonhöhenschwankungen, Verstärkung, Frequenzgang und Fremdspannungsabstand en innerhalb dieses Spannungsbereiches eingehalten werden.

Batteriekapazität: etwa 3,5 Betriebsstunden

Spannungskontrolle:
Bei einer Motorstromaufnahme von (70 ? 10) mA muß bei Betriebsspannungen < 10 V bzw. bei einem Drehzahlabfall des Motors von mehr als 2 % die eingebaute Glimmlampe verlöschen.



Abmessungen und Masse:
Länge: 226 mm
Breite: 150 mm
Höhe: 82 mm

Masse: 2,7 kg mit Batterie und Spulen, ohne Zubehör


Anmerkung: Das hier abgebildete Gerät scheint aus mehreren Geräten zusammengebaut zu sein:
Auf dem Typenschild auf der Oberseite ist die Nr. 30 angegeben.
Auf dem Typenschild auf der Unterseite ist die Nr. 34 und das Baujahr 1962 zu lesen.
Im Gehäuseboden ist ein deutlich sichtbarer Stempel "15.April 1969" .

Ab 1965 wurde die Version "R21a" gefertigt.
Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Motorregelschaltung.
Durch den Einsatz von 3 - statt 2 - Transistoren wurde das Regelverhalten verbessert.


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Hajo
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kbzw27
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Beitrag2/26, Verfasst am: 11.04.2009, 00:23   

Betreff:
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Hallo,
habe ein Fragment des R21 da. Leider fehlen am Motor Teile, wahrscheinlich der Geber für die Regelung.
Gibt es hierfür Hinweise, wie er aussieht usw. ?


Viele Grüße
Klaus
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19null5
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Beitrag3/26, Verfasst am: 11.04.2009, 00:53   

Betreff:
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Hallo Klaus,

Auszug aus dem oben eingestellten Text:

Regelschaltung für Motordrehzahl
Vor dem Motor liegt als Regelwiderstand der Transistor Trs 2. Mit einer der Drehzahl umgekehrt proportionalen Basisspannung wird der Kollektor-Emitter-Widerstand des Transistors gesteuert und hierdurch eine Stabilisierung der Drehzahl erreicht. Zur Erzeugung einer drehzalabhängigen Spannung sitzt auf der Motorachse ein Polrad mit zwölf auf den Umfang verteilten Permanentmagneten, abwechselnd Nord- und Südpol, die vor einer Abnehmerspule umlaufen. In dieser werden bei einer Umdrehung zwölf Impulse verschiedener Polarität induziert, die eine etwa sinusförmige Wechselspannung mit einer Frequenz gleich der 6-fachen Motordrehzahl ergeben.


Ich hatte bei meinem Gerät den Motor nicht ausgebaut, aber auf diesem Bild

ist die Abnehmerspule und ein am Motor angeflanschtes "Kistchen" (in dem wohl das Polrad läuft), zu erkennen.


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Viele Grüße aus Athen,
Hajo
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kbzw27
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Beitrag4/26, Verfasst am: 11.04.2009, 22:59   

Betreff:
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Hallo Hajo,
danke, habe ich überlesen.
Ist natürlich trotzdem nicht so einfach nachzubauen, da das Polrad ja auch ohne Unwucht laufen sollte.
Mal sehen was aus meinem Fragment mal wird.



Viele Grüße
Klaus
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19null5
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Beitrag5/26, Verfasst am: 10.01.2010, 01:58   

Betreff: Schaltplan
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Inzwischen habe ich einen stark beschädigten originalen Schaltplan und eine handgezeichnete Kopie gefunden:




Davon hier ein generierter Schaltplan der Hauptplatine:




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Hajo
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MGW51
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Beitrag6/26, Verfasst am: 17.07.2010, 15:10   

Betreff: Die RZP-2 Problematik
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Diese kleinen, den DDR-Bürgern gut bekannten, gasdichten Bleigelakkumulatoren sind seit den frühen Achtzigern ausgestorben. Sie wurden u.a. in, an der normalen Lichtsteckdose aufladbaren, Taschenlampen und ebenso in dem allseits bekannten Prüfstift Tobitest TBT-800 eingesetzt. Die Taschenlampen wurden vom Fachhandel kolo umgestauscht da die Herstellerindustrie von dieser übernachtentscheidung unserer Wirtschaftsstrategen völlig überrumpelt wurde.

Es ging einzig darum, Plumbum einzusparen - wir erinnern uns, daß über lange Jahre ein stetiger Mangel an KFZ-Akkumulatoren der unteren Leistungsklassen herrschte.

Mein Freund Jörg hat sich nun etwas einfallen lassen, um sein R21 wenigstens mal probehalber in Betrieb nehmen zu können. Die Lösung dafür findet der geneigte Leser in der Galerie, Katalog Magnettontechnik, Bereich RFZ.


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Grüße aus der Lausitz von MichaelZ.

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Zuletzt bearbeitet von MGW51 am 09.05.2011, 14:05, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitrag7/26, Verfasst am: 17.07.2010, 15:23   

Betreff:
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Lieber Michael,

mein oben vorgestelltes Gerät habe ich mit 4 LiIon-Akkus bestückt, die es mal günstig bei Pollin gab:



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Hajo
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Beitrag8/26, Verfasst am: 17.07.2010, 18:00   

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Sieh an, das ist auch eine gute Idee, vor allem wenn man das Gerät öfter nutzen möchte.

Lieber Hajo, da steht uns doch eine Schiebeaktion ins Haus. Das werde ich gleich mal in Angriff nehmen, auf bestehende Verlinkungen hat das keine Auswirkung.

Momentan habe ich wieder ein Netz. Bin heute mehr draußen als drin, eventuell eine Folge des Unwetters heute vormittag oder der hier laufenden Bauarbeiten. Heute ist zwar ausnahmsweise Bauruhe angesagt aber das hat ja nichts zu bedeuten.
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Beitrag9/26, Verfasst am: 19.01.2012, 01:31   

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Beim nochmaligen Lesen der Beschreibung des Gerätes aus dem Braun(Blau-)buch (s. 1. Posting) ergibt sich mir eine Frage zu folgender Aussage:
Zitat:
Bei Wiedergabebetrieb wird der Aufzeichnungskopf als Wiedergabekopf verwendet. Eine Änderung des Frequenzganges wird nicht vorgenommen, obwohl der Kopf einen für die Bandgeschwindigkeit von 9,53 cm/s sehr breiten Spalt besitzt, also ein erheblicher Höhenabfall eintritt. Hier ist aber wieder zu bedenken, daß das Gerät unter keinen Umständen als Abspielgerät für Umschnittzwecke verwendet werden soll. Die Abhörmöglichkeit ist vorgesehen, damit der Reporter prüfen kann, was aufgezeichnet wurde. Dazu genügt aber der vorhandene Frequenzbereich, der von etwa 125 Hz (ohne Berücksichtigung des Lautsprechers) bis 4,5 kHz geht.

Wenn das Gerät unter keinen Umständen als Abspielgerät für Umschnittzwecke verwendet werden soll, auf welchem Tonbandgerät wurden die Umschnitte dann gemacht ?
Bei der Bandgeschwindigkeit von v=9,5 fällt mir da nur die im Rundfunk verwendete R29 (=SJ103 / T103) ein. Aber war die für 7,5 cm Spulen mit einem inneren Kern von nur 45 mm Durchmesser und CR-Langspielband überhaupt geeignet ?

Viele Grüße aus dem schneebedeckten Istanbul
Hajo
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capstan
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Beitrag10/26, Verfasst am: 19.01.2012, 11:38   

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Hallo Hajo,

danke für Deine, wie immer, sehr interessante und informative Gerätebeschreibung.
Mit welcher Spurbreite arbeitete denn dieses niedliche Gerät?
Ich nehme an in Vollspur?

Da die R29(b) damals doch sehr verbreitet war, hat man die Bänder sicherlich, wie von Dir ebenfalls vermutet, mit ihr umgeschnitten.
Bei der R29(b) konnte der Bandzug umgeschaltet werden, um das Band bei kleinen Kerndurchmessern nicht zu überdehnen.
Um das CRL zu schonen, hat man es vielleicht erst auf einen 100er Bobbie umgespult?

Gruß

Bernd
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MGW51
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Beitrag11/26, Verfasst am: 21.01.2012, 14:00   

Betreff:
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capstan schrieb wie folgt:
Bei der R29(b) konnte der Bandzug umgeschaltet werden, um das Band bei kleinen Kerndurchmessern nicht zu überdehnen.


Ja Bernd, das kann er immer noch Smile Der manuelle Umschalter am Relaiseinschub schaltet dabei grundsätzlich von Freiwickel auf Spule um, im Weiteren reguliert dann der veränderliche Durchmesser des Wickels über die Bandführungsgabel die Motorspannungen.

Die Bandzüge, welche von einem 35-er AC-Band schadlos Exclamation vertragen werden sind erheblich größer als gemeinhin angenommen wird. Nach meiner Erinnerung wurde 1961 noch kein Polyesterband in Wolfen gefertigt womit dem Dehnungsfaktor auch keine Bedeutung beizumessen ist. Von daher glaube ich schon, daß man die 10-er Spulen ohne weiteres direkt auf die R29 aufstecken kann. Ich werde das einfach mal probieren, da wissen wir mehr.

Etwas anderes werfe ich aber in den Ring:
Laut Braunbuchblatt ging die R29 erst 1962 in die Fertigung, die R29b gar erst 1965. Was ich von den Angaben in diesem Blätterwerk halte sollte ja allgemein bekannt sein Augenrollen

Schauen wir uns weiter um, treffen wir auf die vom Meßgerätewerk Zwönitz entwickelte Gurke R38 welche demnach bereits 1960 gebaut worden ist. Viel mehr als zwei, drei Exemplare hat es, wenn überhaupt, davon sicher nicht gegeben. Diese M?hre ist für nur 38er Vorschub ausgelegt, eine entsprechende Modifizierung kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen - was nicht heißen soll, daß es die nicht wirklich gegeben hat.

Als wahrscheinlicher sehe ich indes, daß auch diese Jahresangabe im Braunbuchblatt zur R29 einfach nicht stimmt. Dieses Blätterwerk enthält wohl ebensoviele Fehler und Falschaussagen wie die Lochkarten der Röhrenprüfgeräte aus Weida und Adenau. Man ist stets gut beraten, dortige Ausführungen gründlich zu hinterfragen. Alleine was die Angaben zur Funktion, Bedienung, Wartung und Verwendbarkeit betrifft, kann man diesen wohl ohne größere Abstriche vertrauen.

So Freunde, eines muß ich mal wieder in Erinnerung bringen: Es gab nicht nur die paar im BB gelisteten "großen Brocken" von der Sonderburger Straße, es gab auch brauchbare Heimbandgeräte die mit geringem Aufwand - man benötigt ja lediglich das Laufwerk - als Vollspurzuspielmaschine brauchbar gewesen sein dürften. Als nicht unrealistisch sehe ich hierbei ein modifiziertes BG23. Das mag absurd klingen, doch hat gerade dieses Laufwerk - ich schrieb schon an anderer Stelle dazu - einige bemerkenswerte Eigenschaften die es zu höherem befähigen sollten. Das Bild des Heimtonbandgerätes muß man dazu allerdings vollständig aus dem Gedächtnis verbannen, den draufgepfriemelten Tastengratsch samt Deckplatte verwerfen und einen Vollspurkopf draufpfropfen. Eine glatte Abdeckung, ein nach vorne hin offener Bandpfad und eine Schnittstelle zu den Magnetspulen anbringen, schon hat man ein bemerkenswert zuverlässiges und sauber laufendes, fernsteuerbares Transportwerk als Zuspielmaschine für den Cutterarbeitsplatz zur Verfügung. R80 auf modern gewissermaßen.

Warum diese Überlegungen? Weil es etwas gibt, was grundsätzlich gegen eine der konventionellen Maschinen spricht: Die Länge des Bandpfades ist bei all diesen Apparaten so groß, daß sie erhebliche Längen an Vor- und Nachspann benötigen, was den ohnehin knappen Speicherplatz auf dem kleinen Wickel unnötig reduziert. Man darf getrost annehmen, daß auf den R21 stinknormale, handelsübliche Briefbänder benutzt worden sind. Um die auf der R29 laufen zu lassen, en zusätzliche Kennbänder die vorhandenen verlängern. Das hat man sich gewiß nicht antun wollen. Zudem ist die Handhabung gegenüber einer anderen Lösung wie dem oben skizzierten BG23-Transportwerk deutlich komplizierter, manuelles Rangieren soweit mir bekannt nicht ohne weiteres möglich. Das aber ist bei nur 9,53 unumgänglich wenn man saubere Schnitte machen will oder muß.

Eine andere Möglichkeit - ebenso naheliegend - besteht darin, einfache R21-Laufwerke mit einem Hörkopf zu bestückten und ebenso in bewährter Weise das Signal direkt auszukoppeln. Eine externe Gleichstromquelle statt des Akkumulatorsatzes sollte auch lösbar gewesen sein. Man spart sich, abgesehen vom Motorregler, die gesamte Elektronik und hat ein preisgünstiges, gut zu wartendes Transportwerk für Minispulen. So eine Lösung ist natürlich lange nicht so komfortabel wie mit einem speziellen Zuspieler. Die Frage ist zu stellen, wie hoch der tägliche Anfall für derlei Aufgaben tatsächlich gewesen ist. Das kann ich nicht wirklich einschätzen.

Nachtrag:
Nun habe ich mal ein kleines Briefband rausgekramt und auf die Maschine getan.


Also mit so einer Konstellation wird das natürlich nichts. Der Vorspann reicht gerade einmal um den Kern herum wenn der Bandanfang unmittelbar an der Einlaufrolle steht. Es sind dann noch exakt 20 cm bis zum Hörkopfspalt. Also so möchte ich nicht arbeiten en - man hat ja schließlich einen Leistung zu erbringen und nicht "alle Zeit der Welt" wie ein Hobbyist. Möglich wäre allerdings ein Kleiner Untermann statt des R48 oder gar ein R50, mit dem dann die Verhältnisse zwischen Spule und Wickel wieder übereinstimmen würden! Leider habe ich so einen Minikern nicht zur Verfügung.
Hilfsweise habe ich mal eine 13-er Spule gegriffen, die ebenso einen 45-er Kern besitzt. Damit kommt man bei gleicher Lage des Bandanfanges auf 2,75-fache Umschlingung was als ausreichend zu sehen ist. Fummelig ist es aber genug!

Im Grunde sicherlich machbar - aber war es wirklich so?

Ausprobiert habe ich es nicht weil ich die Maschine derzeit nicht unter Strom habe und zudem das kleine BASF-Band ein 25? Senkel ist. Den mag ich wirklich nicht mit Gewalt ruinieren.

Noch ein Nachschlag:
Habe mal ein bissel Quellenstudium betrieben:-)
Für das R29b ist ein Bandzug im Bereich von 60 bis 100 p angegeben.
Damit kommen sowohl CR / CPR50 und sicherlich auch CRL / CPR35 ohne Probleme aus.

Zum Vergleich: Beim R80 bewegt sich der Bandzug im Bereich von 20 bis 110 p und bei diesen Werten nimmt das normale C-Band keinen Schaden.

Die Arbeitsbedingungen eines Heimbandgerätes wie z.B. des BG20/5 mit seinen nur annähernd 45 p Bandzug kann man nicht zum Maßstab nehmen. Datenblätter des Bandmaterials sollten da schon aufschlußreicher sein - ich habe keine Wink

Zuletzt bearbeitet von MGW51 am 21.01.2012, 20:45, insgesamt einmal bearbeitet
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capstan
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Beitrag12/26, Verfasst am: 21.01.2012, 20:24   

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Hallo Micha,

Du hast unsere Vermutung natürlich gleich in die Praxis umgesetzt, um zu beweisen das es so wahrscheinlich doch nicht gemacht wurde.
Hier gebe ich Dir Recht, etwas abwegig scheint es schon zu sein.

Wieviele dieser R21 werden denn damals in Umlauf gebracht worden sein?
Ob denn jede Rundfunkstation damit ausgestattet wurde ist doch zu bezweifeln.
Ich finde die gesamte Konstruktion etwas kurios.
Wer baut extra ein ausschließliches Aufzeichnungsgerät, um damit kaum 10 Minuten Ton einzufangen?
Alle bis dahin verfügbaren Vorgängergeräte oder Importe erlaubten die Verwendung größerer Spulen.
Die qualitätsgerechte Wiedergabe direkt vom Aufnahmegerät war bis dahin auch eine Selbstverständlichkeit.
Der Einbau eines Wiedergabekopfes mit entsprechender Entzerrungsumschaltung wäre sicher auch noch möglich gewesen?
Für ein Gerät mit dem wahrscheinlich "nur" Wortbeiträge mitgeschnitten wurden, hätte es auch ein üblicher A/W- Kopf aus dem Heimgerätesektor getan.
Da es sich sicherlich um einen extra für das Gerät entwickelten Kopf handelt, wäre ein A/W optimiertes Exemlar sicher ebenfalls möglich gewesen.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren als ginge es hier ausschließlich um die Kleinheit des Gerätes.

Gruß

Bernd
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Beitrag13/26, Verfasst am: 21.01.2012, 22:07   

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Lieber Bernd,

das R21 war nach meinem Kenntnisstand das 1. vollelektrische, volltransistorisierte Aufzeichnungsgerät für den professionellen Einsatz, welches in der DDR entstanden ist.

Bei den Transen hat man ja auch noch auf Westtypen (OC603 z.B. gab es von Valvo) abgestellt - falls das HFO gerademal nichts brauchbares ausspuckte. Von daher denke ich schon, war es auch ein Meilenstein. über die Stückzahlen der handwerklich gefertigten Kisten kann man keine Vermutungen anstellen. Ich gehe aber tatsächlich davon aus, daß diese Geräte flächendeckend in allen Sendern bzw. Studios des DDR verbreitet gewesen sind.

Bernd schrieb wie folgt:
Alle bis dahin verfügbaren Vorgängergeräte oder Importe erlaubten die Verwendung größerer Spulen.

Die gering anmutende Aufzeichnungsdauer ist eher von Vorteil als nachteilig. Zum einen hatte man ja bereits seit "Ewigkeiten" die eingeführten Briefbänder und konnte die problemlos auch vor Ort in nahezu jedem Kuhdorf kaufen. Weiters hatte man seit 1951 die R50 verfügbar, welche in den damaligen Schnellwechselkassetten im Mittel mit nur 7 Minuten Laufzeit Dienst taten. Ich denke, daß das Vorhandensein des R50 mit seinem Durchmesser von gerademal 45 mm auch für die erste Spulengeneration der Briefbänder Pate gestanden hat. Späterhin schrumpfte ja bekanntermaßen der Kerndurchmesser auf nur 35 mm.
Spulen mit 10 cm Durchmesser gab es erst seit etwa 1963/64 - sie waren ausschließlich für das Bändi vorgesehen.

Aus dem Heimsektor konnte man keinen Magnetkopf nehmen - da gab es ausschließlich Halbspurköpfe die schon wegen ihres unsymmetrischen Verschleißverhaltens aufgrund der unterschiedlichen Materialien im Bereich des Spiegels keine Option sein konnten. Es mußte folglich ein Vollspursprechkopf aus dem vorhandenen Spektrum gewählt werden; ich halte es nicht für wahrscheinlich, daß der Kopf extra für diese kleine Kiste entwickelt worden ist, dann hätte man auf die Trafokopplung verzichtet. Im Gegenteil, die Vollspursprechköpfe sind ja, anders als die H?rköpfe mit recht niederohmigen Spulen bestückt was sich für die Anpassung an einen Transistorverstärker besonders einfach gestaltet. Ein hochohmiger Hörkopf hätte noch eine zusätzliche Impedanzwandlerstufe benötigt, was mit den zeitgenössischen Germaniumtransistoren aus heimischer Fertigung nicht so ganz problemlos gewesen wäre. Meine Vermutung geht dahin, daß die Transis für diese Kisten mühselig einzeln ausgemessen worden sind denn das HFO lieferte gerade bei den OCs eine ziemliche Streubreite. Da war man sicher glücklich einen Verstärkerzu komplett bestückten zu können:-) Hinzu käme noch der Unsicherheitsfaktor den ein mechanischer Umschalter gerade bei Geräten im Außeneinsatz mit sich bringt. Da wäre also auch eine Sonderfertigung nötig gewesen.

Wenn ich mal etwas weiter aushole: Selbst in Westelbien gab es nach meinem Wissen um 1960 keine niederohmigen Kombi- oder H?rköpfe in Vollspurausführung. Sprechköpfe schon.
Ein solches Verschleißteil für Westgeld zu importieren gab es einfach keine Notwendigkeit.

Bernd schrieb wie folgt:
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren als ginge es hier ausschließlich um die Kleinheit des Gerätes.

Ohne Frage ist das ein Aspekt, den man keinesfalls außenvor lassen darf! Natürlich war man seitens des RFZ und auch der Regierung stets bemüht zu zeigen, zu welchen herausragenden Leistungen die sozialistische Wirtschaft und ihre Werktätigen fähig waren. Das ist nicht ironisch gemeint sondern bitterer Ernst! Was wir "Alten S?cke" aus eigenem Erleben noch wissen, wie miserabel die Bedingungen dazumal hier waren, ist jungen Menschen von heute kaum zu vermitteln. Es liegt einfach außerhalb von deren Vorstellungswelt. Auch wir vergessen zuweilen, uns in die betreffende Zeit zurückzuversetzen ehe wir etwas beurteilen. Das ist halt so und auch irgendwie normal. ich entsinne mich dann immer meiner Kind- und Jugendzeit, als ich selbst nur mit Unverständnis den Schilderungen meiner Großmutter (1901 - 2002) von der ach so schönen Kaiserzeit mit einem ungl?ubigen Grinsen folgte. Das Grinsen verschwand zunehmend in der gleichen Intensit?t mit der ich mich selbst mit der Geschichte intensiver zu befassen begann.

Was das vollelektrische R21 betrifft so muß man auch bedenken, daß um 1960 im Profisektor die Federwerksgeräte noch immer eine feste Grüße waren; auch von Kudelski! Aus diesem Blickwinkel hat das R21 sicherlich nicht wenig Aufmerksamkeit im In- und Ausland erfahren. Man müßte sich dazu nurmal gezielt die Messeberichte hereinziehen.

Was mir eben noch einfällt bzgl. eventueller baugleicher Wiedergabelaufwerke:

Sollte es diese auf R21 Basis gegeben haben, was zwar nur logisch aber gegenwärtig nicht beweisbar ist, taucht die Frage auf wieso da bisher keines müssentdeckt wurde. Ich denke das ist logisch: Die sind einfach entsorgt worden weil niemand damit was anfangen konnte oder wollte. Mehr als die Mechanik und der Kopf wird da nicht gewesen sein. Mit dem R21 aber kann man wenigstens aufnehmen! Also ist es immer noch zu was n?tze. Selbst heute noch Laughing
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Beitrag14/26, Verfasst am: 21.01.2012, 22:57   

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MGW51 schrieb wie folgt:

Es mußte folglich ein Vollspursprechkopf aus dem vorhandenen Spektrum gewählt werden; ich halte es nicht für wahrscheinlich, daß der Kopf extra für diese kleine Kiste entwickelt worden ist.


Die hier verwendete Kopfform, auch die des Löschkopfes ist mir von keiner anderen Studiomaschine bekannt, weshalb ich auf eine Extrafertigung tippte.
Die DDR Studioköpfe hatten nach den klassischen Ringkernköpfen eine größere l?ngliche Form und haben sich bis zur Ablösung durch die Ferritköpfe äußerlich nicht geändert.
Ein Anruf vom RFZ zum Hersteller hätte sicher genügt, um eine Serie der Standardstudioköpfe mit transistorfreundlichen Impedanzen (vielleicht sogar mit Anzapfung) versehen zu lassen.
Hier gibt es sicher noch einen ganz anderen Grund.
Da alle Köpfe der damaligen Studimaschinen trafogekoppelt betrieben wurden, hätte man die Impedanzanpassung sicher auch mit entsprechenden übertragern hinbekommen.

Gruß

Bernd
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Beitrag15/26, Verfasst am: 22.01.2012, 00:16   

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Die Trafokopplung hat m. E. einzig den Zweck vErfolgt, unter allen Umständen einen eventuellen Gleichstrom von den Köpfen sicher fernzuhalten. Andere technische Gründe kann ich nicht erkennen. Freilich ist man - ich - auch immer dem Schema der Heimaudiotechnik verhaftet und muß bei jeder Aktion erst +/- mühsam umdenken Smile

Was die Baulänge des Sprechkopfes betrifft, da fällt mir jetzt auch nichts aus unserer Produktion ein. Eigent?mlich und damit recht charakteristisch sollte die hintere Rundung beider Köpfe sein. Die Frage ist, warum sind die normalen Sprechköpfe so lang? Für das System ist das nicht wirklich erforderlich. Das beantwortet aber noch nicht Deinen Einwand. M?ssen wir wohl noch mal in der Tiefe graben Smile

Mir ist ein Kopfsatz bekannt, der offiziell ausschließlich für einen Gerätetyp entwickelt wurde: Es ist der Dreikopfsatz des Toni. Der wirkliche Grund für diese Entwicklung ist aber in einem anderen Vorhaben zu sehen, welches das Funkwerk zwar mit allen Kräften durchzusetzen trachtete, was aber in penetranter Hartn?ckigkeit stets abgeschmettert worden ist. Nachweislich ist dieser Kopfsatz allerdings auf mindestens einem Entwicklungsmuster Erfolgreich getestet worden. Mehr mag ich dazu nicht ausführen.
Dieses Beispiel habe ich nur herangezogen um aufzuzeigen, daß es durchaus eine Reihe unveröffentlichter Vorgänge gegeben hat und da bei uns eben auch nichts so einfach weggeschmissen worden ist, können durchaus auch einige Dutzend Sprechköpfe von einem anderen Vorhaben irgendwo gebunkert worden sein.

Oder . . . gewöhnliche Köpfe wurden ohne Abschirmkappe benutzt! Es sollte kein Problem gewesen sein, die so zu ordern, eine einfache Fassung drumrum und gut. Steckanschlüsse unterseitig - sowas gab es ja alles bereits. Ich glaube wir br?uchten mal ein paar exakte Maße von den Teilen! Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Da ist jetzt Hajo am Zuge Smile
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