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Autor: schmerztablette Verfasst am: 22.03.2012, 12:33 Betreff: Smaragd - Wickelteller aufarbeiten
Hallo an alle,

Nachdem ich an meinen und anderen Smaragd's festgestellt hab, daß mich wieder ein Ph?nomen erwischt, nun die Frage: Wie kann ich die Wickelteller für diesen Gerätetyp aufarbeiten?
Zum Ph?nomen: Ich habe hier mittlerweile 10 Wickelteller liegen die optisch, von unten gesehen, identisch aussehen. Davon laufen 4 auf der gleichen Treibscheibe und somit der gleichen Elektrospule mit richtig Grip und die anderen 6 ziemlich kraftlos. Die Filze sind sauber und haben auch noch genügend Flor, die Gummis sind alle gleich mit Spiritus gereinigt und aufgerauht worden. Die Madenschrauben sind dabei alle auf Federentlastung gestellt. Dann hab ich mir gedacht, mach doch mal einen Gummi aus einem guten in einen der schlechten Wickelteller. Das Ergebnis war besser aber nicht berauschend. Was wäre die zündende Idee die restlichen, sag mer mal, kaputten wieder zu beleben, sodass sie auch volle Bänder bis zum Schluss spulen. Mir fiel das bei der Wiederbelebung des Smaragd BG20/4 auf. Von mal zu mal wurde das Band beim zurückspulen immer schwerfälliger und nach Tausch gegen einen neuen Wickelteller, ging das wieder richtig und auch im Leerbetrieb ließ sich der Wickelteller kaum anhalten. Das ist bis heute so geblieben.

LG Andre


Autor: MGW51 Verfasst am: 22.03.2012, 19:21 Betreff:
Ja Andre, das ist auch immer einer der Punkte wo ich meistens zu hören bekomme, daß die Teile bestens in Ordnung sind Smile Wie Du nun selbst festgestellt hast, ist dem leider nicht so. Abhilfe ist mir nur durch Ersatz bekannt, anders gesagt kennen ich keinen einzigen Fall in dem ein verschlissenes Oberteil erfolgreich = dauerhaft Exclamation aufgearbeitet werden konnte.

Die Gummibel?ge wirken ja nur beim Umspulbetrieb - sie wirken auch nur dann richtig, wenn die Filze einwandfrei sind. D.h., beide Bel?ge müssen absolut aufeinander abgestimmt sein; man kann also nicht nur einen Belag austauschen.
Auch der Verschleißzustand des Sinterlagers spielt hierbei eine Rolle. Bei meinem alten BG20 ist auch das weiße Oberteil auf der Abwickelseite verschlissen. Das führt teilweise zum "festklemmen" desselben wodurch natürlich der Umspulvorgang ggfs. mittendrin sein Ende findet. Weil ich dort kein Bakelitoberteil einbauen will, lasse ich es eben wie es ist - irgendwann rollt mir sicher auch so ein weißes Oberteil vor die Füße Smile

Untr?gliches Zeichen für hoffnungslosen Zustand: wenn die Oberteile im Leerlauf Geräusche machen; nicht mit einer klappernden Umlenkrolle zu verwechseln.


Autor: schmerztablette Verfasst am: 23.03.2012, 00:37 Betreff:
Hallo Michael,

der Witz ist das z.B. die sehr dreckig gewesenen Kellerkinder-Wickelteller ganz gut ziehen. Jaja die weissen Wickelteller, das ist bei meinem BG20 z.B. 0 Problem die ziehen fast zu gut beim Spulen und genau darin liegt das Problem Augenrollen Auch die sehen soooo doll nicht mehr aus, laufen aber total gut und sogar Dein verhasstes 18? Band rauscht vorwärts sowie rückwärts bis zum Abwickeln. 50? C-Band natürlich auch. Mr. Green Mir kam da heut auf der Arbeit so eine Idee. Den Filz nachzuproduzieren ist nicht das Thema, auch nicht der Gummi. Nur welche Stärken hatten die im Neuzustand und was für Material?
Ich erinnerte mich nämlich, wie wir früher Dichtungen geschlagen haben, egal für welche Breite und Dicke eines Materials. Ich sag nur Schwalbe Motor. :Wink: Zu kaufen gab es die Dichtungen ja wie Sand am Meer aufdentischhau: Also selber gekloppt. Das sollte mit dem Filz und dem Gummi auch drin sein. Dann könnte man noch die O-Ring Lösung probieren. :Wink:
Ich arbeite dran.
Ausgenudelte Geräuschmacher hatte ich nun wiederum nicht, ausser einen, der a bissel arg streng drauf ging und sich auch so verhielt. Ach ja, einen windschiefen weißen hab ich auch noch, nur eiert der komischerweise nicht. Das wiederum wirft eins der grossen Fragezeichen in den Raum......... wie immer bei mir. Mr. Green

Die dauerhafte Lösung, ja Michael, das wird die Frage werden.

LG Andre


Autor: MGW51 Verfasst am: 02.06.2012, 15:27 Betreff:
Andre schrieb wie folgt:
Den Filz nachzuproduzieren ist nicht das Thema, auch nicht der Gummi. Nur welche Stärken hatten die im Neuzustand und was für Material?


Ja mein Lieber, mit diesem Satz hast Du Dir selbst widersprochen Laughing

Wenn MaterialQualität und Abmessungen nicht besonders kritisch wären, DANN wäre eine Nachfertigung eher kein Thema! Tatsache ist aber, daß ganz speziell die FilzQualität von einer herausragenden Bedeutung ist und exakt solchen weißfilz muß man erstmal beschaffen, ehe man sich daran machen kann davon passende Ringe auszustanzen. Das würde ich allerdings nie im Leben selber tun wollen Exclamation

Also sollte die Aufgabenstellung eher heißen, einen Filzproduzenten ausfindig zu machen, der genau solche Ringe in ebender erforderlichen Qualität zu liefern bereit ist. Es sollte einleuchten, daß sich für 50 dieser Ringlein NIEMAND krumm legen wird denn die Werkzeugkosten für das Stanzwerkzeug sind nicht unerheblich! Also muß schon eine richtige Stückzahl her - wer will sich das aufhalsen? Man muß es einfach mal ganz realistisch sehen: Die Tonbandmacke der auch wir +/- stark verfallen sind, wird irgendwann im Sande verlaufen. Wenigstens in dem Umfang, wie es sich um so eher bedeutungslose Kisten wie die der Smaragdserien handelt. Es ist dem Umstand geschuldet, daß diese Geräte keinerlei praktischen Nutzen mehr verkörpern. Viel interessanter als der gesamte ''Elektroschrott'' sind die Umstände, die zu dessen Entstehung führten, die Menschen die dahinterstanden, die teils skurrilen Lösungen welche man erdacht hatte. Das Wissen darum ist ein Teil unserer Kulturgeschichte. Deswegen gilt es dieses zu bewahren. Die abgenutzten Teile der Wickelkupplungen instandzusetzen ist schlicht viel zu aufwendig als daß es einen Sinn ergäbe. So ein Oberteil hat seinerzeit - nur aus dem Gedächtnis - etwa 3,50 Mark gekostet. Einzelverkaufspreis wohlgemerkt! Daran muß ich immer denken wenn ich eins wegwerfe. Das Problem des Unbrauchbarwerdens ist nach meiner Überzeugung lediglich auf den Verschleiß der Sinterbuchse zurückzuführen. Dem Gummiring passiert nichts, solange die Kupplungsscheibe Ölfrei bleibt und nicht mechanisch beschädigt wird. Das wiederrum kann im normalen Betrieb nicht passieren. Der Filzring kann sich glattschleifen - da hilft vorsichtiges ''gegen den Strich b?rsten'' mit einer kleinen Messingb?rste. Auch mit Hei?dampf kann man dabei arbeiten, muß halt die Glocke samt der Lagerbuchse dicht einhausen. Mehr fällt mir nicht ein.

Bei allen Vorschlägen wird vorausgesetzt, daß die anderen Teile der Wickeltriebe tadellos in Ordnung sind, besonders die Treibscheiben, welche keinerlei Höhenschlag auf der Gleitfl?che haben dürfen.

Wie weiter?


Autor: schmerztablette Verfasst am: 02.06.2012, 22:41 Betreff:
Hallo Michael,

den weißen Filz haben wir, nur leider in der Stärke von 10mm. Gummiarten in fast allen Stärken und Ausführungen auch, denn wir besitzen in unserem Unternehmen noch Maschinen die nichts mit *Know How* zu tun haben und rein mechanisch betrieben werden, mit eben Rutschkupplungen. für diese Ringarten haben wir Locheisen mit Mittenpunkt zur Verfügung. Die Originalst?rken der einzelnen Komponenten, wären wichtig um das nachproduzieren zu können. Ob es Interessenten gibt, wage auch ich zu bezweifeln, denn wie Du sagst..... Wenn ein Gerät sauber ist und alles passt, läuft das Ding ewig. Siehe mein BG20. Da ist nichts gemacht, ausser ein bisschen sauber und das spult wie der Teufel und auch der Bandtransport bei Wiedergabe ist mehr als i.O.
Mit den Sinterbuchsen hatte ich nur ein einziges Mal ein Problem, welches sich in starkem Knarzen bemerkbar machte und selbst der dickste Teflonfilm half nichts.

LG Andre


Autor: MGW51 Verfasst am: 02.06.2012, 23:55 Betreff:
Naja, wie gesagt am Gummi gibt es nichts zu rütteln. Die Filzringe sind nach meiner Erinnerung kaum mehr als 1,5 mm stark. Da müßte ich mal einen neuen Mitnehmer ausmessen.

Ich schiebe erst mal, vielleicht kommt noch ein zündender Funke von der Au?enwelt Wink



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